Definition von
Shiatsu
|
|
|
Ursprung Shiatsu ist eine eigenständige, in sich geschlossene Form der manuellen, ganzheitlichen Körperarbeit. Shiatsu hat seinen Ursprung in fernöstlichen Heilmethoden, deren
Grundlage die Vorstellung von der Existenz einer allen Lebewesen innewohnenden,
dynamischen Lebensenergie (Ki, Qi) ist. Shiatsu ist dabei auch von westlichen
Gesundheitskonzepten beeinflusst, die sich an einer ganzheitlichen Betrachtung
des Menschen orientieren. Gesundheit und Wohlbefinden eines Menschen
in seiner Körper-Seele-Geist-Einheit sind Zustände harmonisch-dynamischer
Ausgewogenheit. Dies zeigt sich im gleichmäßigen Fließen
und der ausgeglichenen Verteilung der Energie in den Meridianen und im
gesamten Organismus. Philosophischer Hintergrund Basierend auf dem fernöstlichen Wissen über die einheitliche
dynamische Ordnung als universelles Prinzip, orientiert sich Shiatsu
an der Lehre der Fünf Elemente (Wandlungsphasen), dem Prinzip von
Yin und Yang, Kyo und Jitsu und dem Prinzip von Mu (Wu Wei). Diese Erkenntnisse
sind Grundlage sowohl für die diagnostische Herangehensweise wie
auch für die Shiatsu-Behandlung. Ziel Das Ziel von Shiatsu ist der Ausgleich und die Wiederbelebung
des vitalen Potentials, die Aufrechterhaltung und Stärkung der Körper-Seele-Geist-Einheit,
welche den Energiefluss harmonisiert. Shiatsu aktiviert die Selbstheilungskräfte
des menschlichen Organismus und wirkt auf diese Weise der Entstehung
von Disharmoniemustern (Ungleichgewichte von Yin und Yang) entgegen (prophylaktische
Wirkung). Grundlage von Shiatsu ist die fernöstliche energetische
Diagnostik (Bo-Shin, Setsu-Shin, Mon-Shin, Bun-Shin), deren Ziel es ist,
mit Hilfe von Meridian-, Hara-, Rücken-, Zungen-, Gesichts-, Pulsdiagnostik
etc. und dem Gesamterscheinungsbild des Klienten ein bestehendes energetisches
Muster zu erkennen. Form Shiatsu wird vorwiegend am Boden (Matte, Futon) in
traditionellen Körperhaltungen,
im direkten Hautkontakt oder durch indirekte Berührung (bekleidet)
und ohne Zuhilfenahme von Hilfsmitteln ausgeführt. Der Druck wird
senkrecht, stabil, zunehmend oder bewegt aus der Körpermitte (Hara)
durch den Einsatz des Körpergewichts (mittels der Schwerkraft und
ohne Kraftanwendung) mit Händen, Daumen, Fingern, Ellbogen, Knien
und Füßen ausgeübt. Meridiane (wie die 14 klassischen
und die 12 Masunaga-Meridiane) und Punkte (Tsubos) werden stimuliert,
wobei je nach energetischer Verfassung des Behandelten die Drucktechnik,
die Stärke und Intensität, die Dauer und die Art und Weise
der Stimulation variieren. Spezielle Shiatsu-Techniken sind z.B. die
Zwei-Hände-Technik, Tonisierung und Sedierung, Makko-ho (Meridiandehnungen),
Rotationen und Do-In-Übungen. Wirkungsweise Druck auf die Meridiane und Tsubos, Gelenke, Muskeln
und Sehnen löst
energetische Blockaden (Spannungszustände, Stauungsgefühle…)
und fördert den Fluss der Energie. Shiatsu stimuliert das autonome
Nervensystem (vorwiegend über den Parasymphatikus) und hat somit
eine ausgleichende (beruhigende oder belebende) Wirkung auf die Herzfrequenz,
die Atmung, den Muskeltonus,…Auf diese Weise werden Beruhigung
und Entspannung wie auch Aktivierung ermöglicht, welche die Selbstheilungskräfte
von Körper, Seele und Geist (als komplexes, wechselseitig abhängiges
System) anregen und zur Wiederherstellung, Förderung und Aufrechterhaltung
des energetischen Gleichgewichts (innere Balance und Ausgeglichenheit)
führen. Innere Heilungs- und Wachstumsprozesse werden dadurch unterstützt
und ermöglicht ebenso wie der dynamische Prozess der Regenerationsfähigkeit
des Menschen. Shiatsu unterstützt und fördert insbesondere
auch Wachstums- und Reifungsprozesse, begleitet in schwierigen Lebensphasen
und erleichtert den Übergang von einem Lebensabschnitt zum nächsten,
wie z.B. Pubertät, Midlife-Crisis, Menopause, Altern. Indikationen und Kontraindikationen Der regulierende Aspekt von Shiatsu wirkt insbesondere prophylaktisch und gleicht energetische Disharmonien aus, noch bevor diese sich als Erkrankung manifestieren. Shiatsu dient in Rücksprache mit dem jeweiligen Fachpersonal auch zur Begleitung von konventionellen Therapien wie Psychotherapie, Physiotherapie oder schulmedizinischen Behandlungen sowie Regeneration und Rehabilitation nach Unfällen oder Krankheiten. Beruflicher oder sozialer Stress sowie daraus resultierende Verspannungen und Unausgewogenheiten der Befindlichkeit werden positiv beeinflusst. Auf Grund der harmonisierenden Arbeitsmethode unterstützt Shiatsu die Funktionen des vegetativen Nervensystems, wie z.B. Atmung, Verdauung, Schlaf, Blutkreislauf oder der Menstruation und wirkt günstig auf den Bewegungsapparat. Bei bestimmten Formen von Schmerzen kann Shiatsu nach Abklärung der Ursache Abhilfe schaffen. Shiatsu fördert Körperbewusstsein und Achtsamkeit Nach der Einnahme von starken Medikamenten, Alkohol,
Drogen oder bei Zuständen geistiger Verwirrung des Klienten ist
Shiatsu kontraindiziert. Besondere Umstände des Klienten, wie
z.B. Schwangerschaft, Diabetes, Krampfadern, psychiatrische Behandlungen
etc., sind vom professionellen Shiatsu-Praktiker besonders zu berücksichtigen
und die angewandte Form des Shiatsu ist entsprechend anzupassen. Voraussetzung
dafür
ist die Zusammenarbeit mit und/oder Verweisung an medizinische Spezialisten
und Therapeuten. Shiatsu als Begegnung und Begleitung Achtsamkeit und Aufmerksamkeit dem Empfangenden (Klienten) und sich selbst gegenüber sind wesentliche Charakteristika der Shiatsu-Arbeit, die insbesondere durch Selbsterfahrung (Selbstreflexion, Erkennen der eigenen Grenzen und Möglichkeiten) und persönliche Reifung erlangt werden. Dies ist Voraussetzung für Neutralität und das bewertungsfreie Wahrnehmen und Erkennen einer Person und ihrer Verfassung (Prozess). Emotionale Begleitung und begleitende Gesprächsführung fördern die Einsicht (Verständnis) und unterstützen die Wirksamkeit der professionellen Shiatsu-Behandlung. (beschlossen am 25. März 2004; Irrtümer vorbehalten) |
|
© Dr. Eduard Tripp,
A-1120 Wien, Schönbrunner-Schloss-Str. 21/8, Tel: +43 (1) 815
91 75, tripp@shiatsu-austria.at www.shiatsu-austria.at |