Mythologie und Ritus im Alten China
2. Die Urmutter Nügua erschafft die Menschen


Mond (Heng E) und Sonne (Yi)Die Erde war nun wohnlich geworden, und sie war reich an Leben aller Art. Nur Menschen gab es noch nicht.

Unbekannt ist, woher die Urmutter Nügua kam, doch eines Tages war sie da. Einsam und allein weilte sie auf der weiten Erde. Eines Tages, am Ufer eine Sees, als sie gerade mit ihren Händen im Lehm wühlte, kam ihr plötzlich die Idee, Figuren zu formen, die ihrem Ebenbild gleichen. Das tat sie, und kaum hatte der Lehm menschliche Form angenommen, kam Leben in ihn.

Den ganzen Tag formte Nüguo sorgfältig Wesen aus Lehm. Schließlich aber, müde von der Arbeit, riss sie, um sich ihre Arbeit zu erleichtern, ein langes Stück Schlingpflanze von einem Baum. Sie rührte Lehm mit Wasser zu einem dicken Brei, tauchte die Schlingpflanze in den Brei und wirbelte sie über ihrem Kopf, so dass kleine Lehmklümpchen ringsum zur Erde fielen. Und auch diese begannen sich, sobald sie die Erde berührten, zu regen wie menschliche Wesen. 

Doch leider waren sie nicht so sorgsam geformt wie die ersten Figuren, weshalb es noch heute große Unterschiede und Ungerechtigkeiten unter den Menschen gibt.

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