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In der westlichen Medizin versteht man
unter "Struktur" das
materielle Grundgerüst und unter "Funktion" die Folge
eines Energieflusses innerhalb dieses Grundgerüstes. Die beobachtbaren
Phänomene werden dabei, soweit möglich, in den Begriffen von
Struktur, Morphologie und Anatomie - bis hin zu Molekularbiochemie -
erfasst. Funktion und Pathologie werden vor allem strukturell betrachtet.
Im Unterschied dazu bilden im Ansatz der Traditionellen Chinesischen
Medizin Struktur und Funktion ein Kontinuum, sie sind nicht voneinander
getrennt und auch nicht zu trennen. Im Vordergrund steht weniger die
Struktur sondern die Funktion. Das Schwergewicht liegt auf den funktionellen
wechselseitigen Beziehungen.
Dieses funktionelle Grundgerüst der Traditionellen
Chinesischen Medizin beruht auf vier eng miteinander verwobenen Kategorien,
den
Substanzen,
den
Jing Luo (Netzwerk der Leitbahnen, Meridiane),
den
Zang Fu (Innere Organe) und
den
Geweben.
 Die Substanzen der Traditionellen Chinesischen Medizin
sind Qi (Energie), Xue (Blut), Jing (Essenz), Shen (Geist) und Jin
Ye (Körperflüssigkeiten,
Säfte), wobei der Begriff "Substanz" keine Festlegung
bezüglich Energie oder Materie bedeutet.
Die Jing Luo entsprechen den "Kanälen und Kollateralen",
die ein Netzwerk von Meridianen bilden, so dass alle Anteile des Körpers
miteinander verbunden in Wechselwirkung zueinander stehen und die Substanzen
zwischen allen Organsystemen hin- und hertransportiert werden können.
Die Zang
Fu bilden das Organsystem der Chinesischen Medizin,
das vor allem durch die funktionellen Beziehungen untereinander charakterisiert
ist (damit entsprechen sie nicht den Organsystemen der westlichen Medizin,
die vorwiegend morphologisch charakterisiert sind). Durch die Tätigkeiten
der Zang Fu, durch das Zusammenspiel der Organsysteme, werden die
Substanzen gebildet, umgewandelt und zu allen Bereichen des Körpers
transportiert.
Die Yin-Organe (Zang) sind die Lunge, das Herz, die Milz
(Milz-Pankreas), die Niere und die Leber. Das Perikard wird innerhalb
der TCM als Funktion des Herzens behandelt, innerhalb der Akupunktur
jedoch als eigenes Organ.
Die Yang-Organe (Fu) sind der Dickdarm, der Magen, der Dünndarm,
die Blase, der Drei-Erwärmer und die Gallenblase.
Die Gewebe der Traditionellen Chinesischen Medizin sind
die Knochen, die Sehnen, das Fleisch, die Blutgefäße und die Haut. Die
Gewebe entsprechen am ehesten Strukturen im Sinne der westlichen
Medizin, sind aber mehr als Funktionen und unter Berücksichtigung der wechselseitigen
Beziehungen mit den anderen Systemen des Körpers zu sehen.
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