Bericht von der Generalversammlung 2004
Aktuelles aus dem Dachverband


Am 6. November fand die Ordentliche Generalversammlung des Österreichischen Dachverbandes für Shiatsu (ÖDS) statt. Neben allen ordentlichen und damit stimmberechtigten Mitgliedern waren auch alle Shiatsu-SchülerInnen (allerdings gemäß den Statuten ohne Stimmrecht) und Peter Ecker (von der Wiener Innung für Fußpflege, Kosmetik und Massage) herzlichst eingeladen. Die wesentlichsten Inhalte der Versammlung waren:
 

1) Bericht des Kassiers

Der Kassier des ÖDS, Roberto Preinreich, hat der Generalversammlung den Rechenschaftsbericht für 2003 vorgelegt und erläutert:

Auf Seiten der Eingänge standen dabei die Mitgliedsbeiträge von 244 Shiatsu-PraktikerInnen, etwa 245 Shiatsu-SchülerInnen (wegen zum Teil nicht zuordenbarer Einzahlungen kann die Zahl der SchülerInnen geringfügig abweichen) und 11 Shiatsu-Schulen. Die größten Ausgabeposten waren das Shiatsu Journal, das alle ordentlichen Mitglieder erhalten, mit etwa Euro 6.000.-, diverse Honorare in der Höhe von etwa Euro 5.500.-, ESF-Beitrag in der Höhe von ca. Euro 5.000.- und das Sekretariat in der Höhe von etwa Euro 3.000.-

Martin Schalko hat als Rechnungsprüfer den Bericht des Kassiers geprüft und die Korrektheit der Aufstellungen bestätigt. Auf Antrag der Generalversammlung wurde der Kassier deshalb entlastet.
 

2) Rechnungsprüfer

Martin Schalko, der dieses Jahr als bestellter Prüfer die Rechnungsprüfung durchgeführt hat, gab – um die Aufgaben eines Rechnungsprüfers des ÖDS ein wenig zu quantifizieren – an, dass die Prüfung der Unterlagen etwa 25 Stunden in Anspruch genommen hat. Für die kommende Periode wurde zu seiner Unterstützung und Entlastung eine zweite Rechnungsprüferin, ein zweiter Rechnungsprüfer gesucht. Diese Aufgabe hat Elisabeth Enzinger (Shiatsu-Praktikerin in Wien) übernommen.
 

3) Jahresbericht des Vorstandes

Den Jahresbericht des Vorstandes hat die Obfrau des Verbandes, Katharina Sabernig, vorgestellt. Wesentliche Projekte und Entwicklungen des vergangenen Jahres waren:

 Die Neustrukturierung und Neubesetzung des Sekretariats, das jetzt – dank Brigitte Wolfertsberger – deutlich effektiver und professioneller arbeitet.
 Die Neugestaltung der LehrerInnen- und SchulleiterInnen-Ausbildungskriterien, die nun sowohl einen „schulischen“ wie auch einen „nicht-schulischen“ Ausbildungsweg realistisch ermöglichen.
 Um Missverständnisse in der – historisch gewachsenen – Sprachregelung von Shiatsu-LehrerInnen und -SchulleiterInnen auszuräumen, werden sie im ÖDS nunmehr (auch) als „qualified senior teacher“ (SchulleiterInnen) und „qualified teacher“ (LehrerInnen) bezeichnet.
 Die Einbindung der SchülerInnen und ihrer Anliegen wurde verstärkt, und (kostenlose) Leistungen des ÖDS (wie z.B. der Prüfungbeisitz bei der Abschlussprüfung) an die Mitgliedschaft gebunden.
 Die Qualitätssicherung des Teilgewerbes Shiatsu wurde weitergeführt. Die Bundesinnung der Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure gab ihre Zustimmung, dass künftig bei Prüfungen in den Innungen (Ansuchen um das Teilgewerbe Shiatsu ohne ÖDS-Diplom) Experten des ÖDS beigezogen werden. Zugleich wurde definitiv geklärt, dass für das Teilgewerbe Shiatsu keine Unternehmerprüfung erforderlich ist.
 Die Qualitätskriterien für ÖDS-anerkannte Shiatsu-Schulen wurden dahingehend präzisiert, dass zumindest ein Drittel der Shiatsu-relevanten Ausbildungsstunden von qualified senior teacher und zumindest ein weiteres Drittel von qualified teacher (oder auch qualified senior teacher) gehalten werden müssen.
 Definitiv festgelegt wurde, was unter „Supervision“ und „Begleitender Gesprächsführung“ in den Curricula des ÖDS zu verstehen ist.
 Der ÖDS-Folder für Shiatsu wurde überarbeitet (neuer Text und neue Fotos).
 Die Betreuung der ÖDS-Homepage – etwa zwei Jahre lang von Gerhard Klafböck gänzlich unentgeltlich und professionell betreut (Danke!) – wurde an Herrn Wolfertsberger übergeben.
 Derzeit (Stand Anfang November) hat der Verband knapp 300 Mitglieder. Im vergangenen Jahr wurden zudem 2 neue Shiatsu-Schulen (eine davon im Beobachtungsstatus), 2 senior teacher, 3 teacher und 2 trainer anerkannt.

Als Hauptaufgaben des Verbandes für das kommende Jahr nannte Katharina:

 die weitere rechtliche Absicherung,
 verstärkte Werbung und Öffentlichkeitsarbeit und
 ein dezidierteres Vorgehen gegen unlautere Werbung („z.B. gegen Angaben „gemäß den Kriterien des ÖDS“, wenn dies nicht den Tatsachen entspricht).

4) Bericht von Peter Ecker

Peter Ecker (Ehrenmitglied des ÖDS und Mitglied der Wiener Landesinnung für Fußpflege, Kosmetik und Massage) hob in seiner Rede nochmals den einmaligen Status von Shiatsu innerhalb der Gewerbe hervor. Von besonderer Bedeutung ist für ihn die Modellwirkung des Teilgewerbes Shiatsu auch für andere „in sich geschlossene Ausbildungssysteme“. Zugleich erinnerte er daran, dass es auch weiterhin nötig ist, den rechtlich-gewerblichen Status abzusichern und voranzutreiben.

Spürbare politische Tendenzen gehen, so Peter, in Richtung mehr Zentralisierung und gleichzeitige Reduktion von Informationsfluss und breit angelegter Entscheidungsfindung.

Peter Ecker erinnerte dann auch noch daran, dass im März 2005 die Kammerwahl stattfindet, in der es auch um eine gute Vertretung der Shiatsu-Interessen in den jeweiligen Landesinnungen geht. In diesem Zusammenhang hob er nochmals die bislang gute und befruchtende Zusammenarbeit zwischen ihm und dem Vorstand des ÖDS hervor, die es ermöglichte, viele der heute selbstverständlichen Regelungen und Möglichkeiten erstmalig zu etablieren. So wurde, um ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit anzuführen, das Prinzip der Expertenstellung durch den ÖDS schon vorab in Wien durch seinen Einsatz realisiert. Diese Vorgangsweise wurde vom Wirtschaftsministerium explizit gutgeheißen und bildete die Grundlage für weitere Interventionen des ÖDS, die letztlich zu einer österreichweiten Regelung führten (siehe Punkt 3).

Peter Ecker – er kandidiert für die „Grüne Wirtschaft“ – hat bekannt gegeben, dass er sich auch in der kommenden Kammerwahl im März als Kandidat zur Verfügung stellt und beabsichtigt – wenn ihm entsprechendes Vertrauen bei der Wahl entgegengebracht wird – wieder in der gewohnten Art und Weise mit dem ÖDS zu kooperieren.
 

5) Entlastung und personelle Zukunft des Vorstandes

Der Vorstand wurde von der Generalversammlung entlastet.

Angesprochen wurden auch bevorstehende personelle Umstrukturierungen. So hat Richard Palfalvi (SchülerInnen-Vertreter und ESF-Vertreter) angekündigt zurückzutreten, sobald seine Nachfolge durch Wahlen in der SchülerInnen-Vertretung gesichert ist, und Katharina Sabernig plant, nach Ablauf der Legislaturperiode (Herbst 2005) ihr Amt im Vorstand als PraktikerInnen-Vertreterin (und damit natürlich auch als Obfrau) definitiv zurückzulegen, um sich wieder vermehrt ihrem Studium widmen zu können. Ihr Schritt, dies schon jetzt anzukündigen, soll es erleichtern, dass eine Nachfolgerin, ein Nachfolger gefunden werden kann, die / der dann auch schon Zeit hätte, sich als Vorstandsmitglied einzuarbeiten. Ein diesbezüglicher Aufruf soll auch noch an alle PraktikerInnen ergehen.
 

6) Bericht aus der European Shiatsu Federation

Richard Palfalvi (ESF-Vertreter des ÖDS) berichtete aus der European Shiatsu Federation (ESF), dass die Kosten für das Forschungsprojekt derzeit neu kalkuliert werden. Ursprünglich wurden ca. 50.000 Pfund (etwa 65.000 Euro) veranschlagt, durch gestiegene Kosten (z.B. im Bereich der Gehälter der Forscher), zugleich aber durch eine Reduktion der Studie auf drei Länder (Großbritannien, Spanien und Österreich) müssen die geplanten Aufwendungen neu kalkuliert werden – sie dürften aber in etwa gleicher Höhe liegen.

Etwa 2/3 der notwendigen finanziellen Mittel sind mittlerweile vorhanden bzw. verbindlich zugesagt. Dem ÖDS liegt die gewünschte Zusage nunmehr schriftlich vor, dass das „Forschungs-Geld“ wieder zurückerstattet wird, sollte die Forschung nicht stattfinden. Derzeit wird nach weiteren Möglichkeiten für Förderungen gesucht.

Der Konsens der Generalversammlung zum Forschungsprojekt war, dass seine Durchführung von großer Bedeutung in Hinblick auf berufspolitische Entwicklungen wäre und deshalb so gut wie möglich unterstützt werden sollte.

Ein weiteres Schwerpunktsthema der ESF, wie Richard weiter berichtete, ist die Etablierung von Shiatsu in Organisationen der Europäischen Union, die sich mit alternativen und komplementären Gesundheitsmethoden befassen. Hier gibt es gute Kontakte, und die ESF arbeitet mit großem Einsatz daran.
 

7) Schul-Mitgliedsbeiträge

Auf Grund von Unklarheiten, wie die Schul-Mitgliedsbeiträge zu handhaben sind, wurde beschlossen, das der Schul-Mitgliedsbeitrag von Euro 350.- zugleich die persönliche Mitgliedschaft einer SchulleiterIn beinhaltet. Für jede weitere SchulleiterIn erhöht sich der Beitrag um Euro 150.- und beinhaltet dann auch deren / dessen persönliche Mitgliedschaft (ausgenommen sind hier – entsprechend der Befreiung von Vorstandsmitgliedern – SchulleiterInnen, die als Vorstandsmitglieder des ÖDS tätig sind).
 

8) Internationaler Shiatsu-Tag

Ein internationaler Shiatsu-Tag wird befürwortet. Unklar ist noch, zu welchem Termin – europaweit gleich – dieser stattfinden soll. Geplant ist ein Termin im September. Unklar ist auch, ob es eine ganze Woche („Shiatsu-Woche“) oder ein Tag („Shiatsu-Tag“) sein soll.

Die Generalversammlung ruft für einen österreichweiten Shiatsu-Tag zur Mitarbeit und Mitgestaltung auf. Entsprechende Projekte werden vom ÖDS finanziell und ideell unterstützt, nicht aber vom Vorstand organisiert.

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© Dr. Eduard Tripp, A-1120 Wien, Schönbrunner-Schloss-Str. 21/8, Tel: +43 (1) 815 91 75, tripp@shiatsu-austria.at
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