Bericht von der Generalversammlung 2005
Aktuelles aus dem Dachverband


Schon vor dem eigentlichen Beginn der Generalversammlung im Linzer Restaurant P´aa, das auch für die schmackhafte Verpflegung während des ganzen Abends sorgte, fand ein wichtiger Programmpunkt statt: Seamus Connolly (Forschungsprojektleiter der European Shiatsu Federation, ESF) informierte detailliert über das Shiatsu-Forschungsprojekt, dessen zweite Phase diesen Herbst gestartet wird. Anschließend stand er auch für die Zeit der Generalversammlung für Fragen zur Verfügung.

Um 19.30 Uhr schließlich begann die von der oberösterreichischen Shiatsu-Gruppe liebevoll organisierte Generalversammlung des Österreichischen Dachverbandes für Shiatsu (ÖDS). Neben dem Vorstand und etwa vierzig TeilnehmerInnen waren Gabriele Trattner (Massage-Innung Oberösterreich), Peter Ecker (Massage-Innung Wien) und Seamus Connolly (ESF) als Ehrengäste anwesend.
 

Ehrengäste der Massage-Innungen

Nach der Eröffnung der Generalversammlung durch Obfrau Katharina Sabernig betonte die oberösterreichische Innungsmeisterin Gabriele Trattner den großen Erfolg des ÖDS, eine gefestigte berufliche Position für Shiatsu zu erlangen und Qualitätskriterien zu etablieren. Auch wurde von Landesinnungsmeisterin Trattner die gute und lebendige Zusammenarbeit zwischen den oberösterreichischen Shiatsu-PraktikerInnen und der Landesinnung hervorgehoben.

Der Schwerpunkt der Rede von Peter Ecker, Innungsmeisterin-Stellvertreter in Wien, lag ebenfalls auf der besonderen Bedeutung von überprüfbaren und kontrollierten Qualitätskriterien. Während, wie Peter Ecker ausführte, in der Massage von „guten“ und „schlechten“ Masseuren gesprochen werden kann, gibt es eine solche Unterscheidung bei den Shiatsu-PraktikerInnen aufgrund guter Ausbildungen und umfassender Ausbildungsrichtlinien nicht. Aber, so seine Warnung, wenn nicht konsequent Wert auf Qualitätssicherung gelegt wird, kann dieser gute Ruf schnell auch wieder verloren werden.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Rede war die gute und gegenseitig befruchtende Zusammenarbeit mit dem Vorstand des ÖDS. Letztlich, so seine Aussage, der sich auch Frau Landesinnungsmeisterin Trattner anschloss, schafft eine gute Zusammenarbeit Möglichkeiten, wie sie weder der Einzelne noch Dachverband oder Innung allein erreichen können.
 

Rückblick und Ausblick

Obfrau Katharina Sabernig stellte in ihrem Jahresrückblick ganz besonders positiv heraus, dass Shiatsu zunehmend mehr Resonanz in den Bundesländern findet und mehr und mehr von Shiatsu-PraktikerInnen organisierte Projekte und Events stattfinden. Und dass die Generalversammlung dieses Jahr in Linz stattfand, war die Erfüllung eines Wunsches der oberösterreichischen Regionalgruppe und auch ein Zeichen des ÖDS, regionale Initiativen zu fördern.

Ein wesentlicher Schwerpunkt des vergangenen Jahres war Öffentlichkeitsarbeit. Damit diese so effektiv wie möglich gestaltet wird, legte sie der Vorstand in professionelle Hände. Und so übernahm Gerhard Kofler, der seit 18 Jahren im Werbesektor tätig ist und im dritten Jahr seiner Shiatsu-Ausbildung steht, Ende Juni die Betreuung der Öffentlichkeitsarbeit. Eng mit diesem PR-Konzept verbunden war die Veranstaltung der österreichischen Shiatsu-Tage, die von Reinhard Schider koordiniert und von Gerhard Kofler graphisch und medienmäßig zentral betreut wurde.

Obgleich die Vorbereitungen für die Shiatsu-Tage erst sehr spät angelaufen sind, fanden dann doch zahlreiche Events statt, die zentral auf www.shiatsu-tage.at veröffentlicht wurden und für die es einheitliche Plakate und „Postkarten“ gab, flankierend dazu konzentrierte Presseinformationen und Anzeigen in mehreren Printmedien. So erschienen beispielsweise Annoncen für die Shiatsu-Tage in der Presse-Beilage „Balance“ (begleitet von einem recht umfangreichen redaktionellen Beitrag über Shiatsu) und in der Zeitschrift „Praxis“. Katharina sprach Gerhard Kofler und Reinhard Schider im Namen des Österreichischen Dachverbandes ihren Dank für ihre gute und erfolgreiche Arbeit aus.

Für nächstes Jahr ist geplant, die Organisation der Shiatsu-Tage umzustrukturieren. Zum einen ist jetzt schon viel Erfahrung und (Roh-)Material vorhanden, zudem kann die Planung der Events auch schon viel früher beginnen. Zum anderen soll die Koordinierung, um einen raschen Informationsfluss zu gewährleisten, von einem Vorstandsmitglied vorgenommen werden.

Als weiteren wesentlichen Schwerpunkt der Vorstandstätigkeit führte Katharina die „politische Arbeit“ an. Hier stand die Qualitätssicherung, d.h. die Etablierung und Wahrung von Qualitätsstandards, im Vordergrund – und Qualitätssicherung soll auch für das nächste Vereinsjahr ein wichtiges Anliegen bleiben.

Den finanziellen Rückblick präsentierte Kassier Roberto Preinreich, der sich vorab für die hervorragende Arbeit von Brigitte Wolfertsberger, die seit dem Beginn ihrer Tätigkeit als Sekretärin die laufenden Buchungen vornimmt.

Den größten Einnahmenposten, so Roberto, stellten die Mitgliedsbeiträge dar. Insgesamt waren es im vergangenen Vereinsjahr 798 Mitgliedsbeiträge von PraktikerInnen, SchülerInnen und Schulen. Auf der Ausgabenseite standen als größte Posten der ESF-Beitrag, diverse Honorare, Lohnkosten und die Kosten für das Shiatsu Journal.

Und auch puncto Mitglieder ist der Verein gewachsen. Waren es vor drei Jahren noch 226 Shiatsu-PraktikerInnen, so ist ihre Zahl bis zur Generalversammlung 2005 auf mehr als 350 gestiegen. Und das, so der Tenor, zeigt nicht nur die Zunahme an PraktikerInnen insgesamt an, sondern ist auch eine Folge der qualitativen Arbeit des Dachverbandes.
 

Neuwahl des Vorstandes

Mit dem Ende der dreijährigen Funktionsperiode wurde auch die Neuwahl des Vorstandes notwendig. Zur Freude und Erleichterung der Anwesenden haben Katharina Sabernig (Obfrau) und Barbara Schneider (Obfrau-Stellvertreterin) – entgegen ihrer vorjährigen Ankündigung mit Ende der Funktionsperiode aus dem Vorstand auszuscheiden – ihre Kandidatur für ein weiteres Jahr bekannt gegeben. Ausgeschieden sind jedoch Ernst Josef (PraktikerInnen-Vertreter und Schriftführer) sowie Thomas Bremer (PraktikerInnen-Vertreter), was die Neuwahl von zwei PraktikerInnen-Vertreter erforderlich machte. Ein herzliches Dankeschön den beiden ausscheidenden Vertretern!

Hatten ursprünglich fünf PraktikerInnen ihr Interesse kundgetan, als VertreterInnen zu kandidieren, stellten sich der Wahl in Linz schließlich nur noch drei: Claudia Dominici, Susanne Simek und Helmut Doppelhofer, die ihre Qualifikationen und Schwerpunkte kurz darstellten. In der daraufhin stattfindenden geheimen Abstimmung, die von Peter Ecker als unabhängigem Beobachter kontrolliert wurde, wurden schließlich Claudia Dominici und Helmut Doppelhofer von den anwesenden PrakitkerInnen gewählt.

Nachdem der gesamte Vorstand entlastet worden war und zurückgetreten ist, führte die anschließende Neuwahl zu folgendem einstimmigen Ergebnis:

PraktikerInnen-Vertreter:

Katharina Sabernig
Barbara Schneider
Claudia Dominici
Helmut Doppelhofer

SchülerInnen-Vertreter:

Astrid Polletin
Karin Bartonek

Schul-Vertreter

Marina Morton
Roberto Preinreich
Eduard Tripp
 

Obfrau:

Katharina Sabernig

Obfrau-Stellvertreterin:

Barbara Schneider

Kassier:

Roberto Preinreich

Schriftführerin:

Karin Bartonek

Darüber hinaus wurde das Mandat für „Außenkontakte” für Eduard Tripp und Christian Schnabl für eine weitere Funktionsperiode bestätigt.

Als Rechnungsprüfer – neben dem schon bewährten und sehr verlässlichen Martin Schalko (vielen Dank!) – wurde Herbert Schwarzenbacher gewählt.
 

European Shiatsu Federation und Öffentlichkeitsarbeit

Nach einer kleinen Pause, in der auch die Wahl des neuen Vorstandes ein klein wenig gefeiert werden konnte, berichtete Astrid Polletin (ESF-Vertreterin) über die Aktivitäten der European Shiatsu Federation (ESF) und das Forschungsprojekt der ESF (Informationen dazu auch unter http://www.shiatsu-austria.at/aktuelles/dv_16.htm).

Ein wesentliches aktuelles Ergebnis der Bemühungen der ESF ist die Gründung der EFCAM, einer Plattform zur Förderung integrierter Gesundheitsförderung, der auch die ESF angehört und die die erste große Lobbying-Initiative seit dem Lannoye-Report (siehe auch http://www.shiatsu-austria.at/beruf/europa_7.htm) darstellt – oder, wie es Seamus Connolly ausdrückte: „Damit ist die offizielle Tür zur EU offen“.

Die beiden letzten Programmpunkte standen im Zeichen der Öffentlichkeitsarbeit. Zuerst berichtete Gerhard Kofler von sich und seinen bisherigen PR-Aktivitäten für den ÖDS. Ein wichtiges Anliegen ist ihm, dass die Öffentlichkeitsarbeit kein isoliertes Unternehmen bleibt, sondern von den PraktikerInnen unter anderem dadurch unterstützt wird, dass sie Ideen und Erfahrungen an ihn weiterleiten, so dass daraus Material für Aktionen werden kann (E-Mail: g.kofler@abw.at).

Der Rückblick auf die Shiatsu-Tage wurde durch Organisator Reinhard Schider noch um den dringlichen Hinweis ergänzt, dass die Vorbereitungszeit dieses Jahr zu kurz war. Zudem empfahl er für die Zukunft die rechtzeitige Weitergabe von Informationen (etwa welche Werbung wann und wo geschaltet, welche Artikel wann und wo veröffentlicht werden) an die PraktikerInnen – am besten über die ÖDS-Website. Und umgekehrt wäre es auch wichtig, dass PraktikerInnen ihr Wissen über regionale Veranstaltungen und sonstige Events an den ÖDS weitergeben. Auch Veranstaltungen und Kampagnen der Innungen sollen vermehrt aufgegriffen werden.
 

Last but not least

Das Event-T-Shirt, das speziell für die Shiatsu-Tage angefertigt wurde (vorne kleiner und hinten großer Aufdruck des ÖDS-Logos) ist ab sofort (solange der Vorrat reicht) für Euro 12.- im Sekretariat des ÖDS (Tel: (02242) 72 6 22 Mail: info@shiatsu-verband.at) zu bestellen.

Ein T-Shirt nur mit einem kleinen gestickten ÖDS-Logo vorne (als Arbeitskleidung auch steuerlich absetzbar) wird auf Wunsch der Generalversammlung in Auftrag gegeben. Und im Unterschied zu den Event-T-Shirts sollen diese T-Shirts auch tailliert bestellt werden.

Der Antrag von Helmut Doppelhofer in Hinblick auf mögliche Gruppenversicherungen wurde von den anwesenden PraktikerInnen positiv aufgenommen und der Auftrag an den Vorstand erteilt, dieser Fragestellung nachzugehen.

Kurz vorgestellt wurde von Astrid Polletin auch noch ein Projekt von SchülerInnen, die unter der Adresse www.shiatsu-forum.at bzw. www.shiatsu-forum.net eine Internet-Plattform für den öffentlichen wie auch geschlossenen Informationsaustausch entwickeln.
 

Abschluss

Nach dem formalen Ende der Generalversammlung um 22.45 Uhr zeigte die oberösterreichische Shiatsu-Gruppe noch einen von ihr gedrehten, etwa zehnminütigen Film über Shiatsu. Mit diesen Impressionen sowie Zeit und Raum für weiterführende Gespräche endete die Generalversammlung 2005. Insgesamt ein entspannter, konstruktiver und anregender Abend.

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© Dr. Eduard Tripp, A-1120 Wien, Schönbrunner-Schloss-Str. 21/8, Tel: +43 (1) 815 91 75, tripp@shiatsu-austria.at
www.shiatsu-austria.at