Meridian-Dehnungen nach Shitsuto Masunaga (Makko Ho)


Die Meridiandehnungs-Übungen wurden von Shizuto Masunaga entwickelt und zielen darauf ab, Gesundheit und Wohlbefinden zu fördern. In der Sprache des Shiatsu: den Fluss der Energie (Qi) in den Meridianen anzuregen und zu stärken.

 
Grundhaltung

Als Grundhaltung empfiehlt sich bei allen Dehnungsübungen jenen persönlichen Punkt zu finden, an dem man seinen eigenen Grenzen nahe kommt, zugleich aber noch ruhig und entspannt atmen kann. Wesentlicher als die möglichst starke Dehnung ist die Wahrnehmung und Beobachtung der Spannungen im Körper, die bei der Ausführung der Übungen auftreten. Die Reihenfolge der Dehnungen entspricht dem Fluss des Ki im Körper. Langes Verweilen in der Dehnung sediert die Energie, kürzeres Verweilen tonisiert sie.
 

Dehnung des Lungen- und Dickdarm-Meridians

Übung für den Lungen- und Dickdarm-Meridian

Die Füße sind etwas mehr als schulterbreit auseinander und möglichst parallel. Hinter dem Rücken hakt man die Daumen ineinander, die Zeigefinger werden gestreckt, und der Rest der Hand bildet eine lockere Faust. Die Arme sollen dabei so gedreht sein (und bleiben), dass die Handinnenflächen etwa in einer Ebene liegen.

Zuerst tief einatmen und dabei vor allem den oberen Brustkorbbereich mit Atem füllen. Man beugt sich mit der Ausatmung dann weit nach vorne und unten, wobei die Arme und die verschränkten Hände so weit wie möglich über den Kopf nach vorne gehen. Dann werden die ausgestreckten Zeigefinger gegen den Himmel „gezogen“, was die „Lunge“ im Brustbereich dehnt. In dieser Phase der Bewegung werden die Arme und Beine durchgestreckt. Wichtig ist, dass die Füße ganz und fest auf dem Boden stehen.

In dieser Haltung bleibt man für etwa fünf oder mehr tiefe und ruhige Atemzüge. Das Becken soll dabei entspannt sein (oder werden). Der Atem fließt mit der Einatmung ins Hara, breitet sich mit der Ausatmung im ganzen Körper aus und bringt stagnierende Energie (Qi) in Fluss. 

 

Dehnung des Milz- und Magen-MeridiansÜbung für den Milz-Pankreas- und Magen-Meridian


Ausgangsposition ist der Fersensitz (Seiza), wobei die Knie etwa eine Handbreit voneinander entfernt sind. Anfangs lehnt man sich aus dem aufrechten Sitz nach hinten und stützt sich, wenn möglich, auf die Ellbogen. In dieser Position bleibt man einige tiefe und ruhige Atemzüge lang.

Wenn man in dieser Position entspannt sein kann, lehnt man sich noch weiter zurück, bis man mit dem Hinterkopf den Boden berührt und sich auf ihn aufstützen kann. Eventuell kann man jetzt die Fersen etwas auseinander geben, so dass das Gesäß dazwischen nach unten auf den Boden sinkt. Die Knie sollen dabei allerdings nicht zu weit auseinandergehen und am Boden bleiben, da es sonst nicht zu einer größeren Dehnung des Magenmeridians kommen kann. Solange die Dehnung nicht im Kreuzbereich schmerzt, solange man loslassen und ruhig atmen kann, können die Knie zuerst den Boden verlassen, bis die Dehnung in dieser Position vollständig ist und man für einige tiefe Atemzüge verweilen kann.

Dehnung des Milz- und Magen-MeridiansWenn man diese Haltung entspannt und mühelos einnehmen kann, legt man sich langsam ganz auf den Rücken. Das Kreuz soll dabei nicht überstreckt werden, und man soll ruhig und entspannt atmen können (wenn das nicht möglich ist, in die vorherige Position zurückkehren!). Die Arme werden nun über den Kopf nach hinten gelegt und die Finger ineinander verschränkt. 

Die Handrücken weisen dabei vom Körper weg. Für einige tiefe Atemzüge lang in dieser Position bleiben. Mit der letzten Ausatmung richtet man sich wieder auf, am besten indem man über die vorherigen Stufen in den Fersensitz (Seiza) zurückkehrt. Als Ausgleich für die Belastung des Kreuzes während dieser Dehnung kann man sich nun nach vorne beugen, die Stirne auf den Boden legen und mit beiden Fäusten das Kreuz locker ausklopfen.

 

Dehnung des Herz- und Dünndarm-Meridians

Übung für den Herz- und Dünndarm-Meridian

Man sitzt dabei auf dem Boden, legt die Fußsohlen aneinander und läßt die Knie zur Seite fallen. Mit den Händen umfaßt man die Zehen (Vorfüße), und während man sich nach vorne beugt, zieht man den Körper leicht in Richtung zu den Füßen hin (man nähert das Herz den Händen und Füßen und öffnet damit zugleich den Leistenbereich). Die Ellbogen sind vor den Unterschenkeln, der Rücken soll dabei so gerade wie möglich bleiben, jedoch nicht starr. Der Nacken ist entspannt und der Blick nach vorne auf den Boden gerichtet. Einige tiefe Atemzüge lang in dieser Position bleiben und das An- und Abschwellen der Spannung im Körper spüren.

Mit der letzten Ausatmung richtet man sich langsam wieder auf.

 

 

 
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Die oben angeführten Meridiandehnungs-Übungen sind ausführlich dargestellt in "Zen-Shiatsu-Meridianübungen" von Shitsuto Masunaga (ergänzende Hinweise von Doris Spörri)
Die Darstellung der Übungen basiert auf den Illustrationen von "Yu Sen Sprudelnder Quell" von Wilfried Rappenecker

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