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König Trisong Detsen entschied nach dem "Konzil
von Lhasa" (792 n. Chr.), dass der tibetische Buddhismus alle drei
yanas (Fahrzeuge) des Buddhismus umfassen soll:
In
Bezug auf Disziplin und Ordenszucht (Vinaya) wie auch in Bezug auf alle
Grundlehren wie die Vier Edlen Wahrheiten, den Achtfachen Pfad (etc.)
folgt der tibetische Buddhismus der Saravastivada-Schule (Hinayana, "kleines
Fahrzeug").
In
Bezug auf Philosophie und Metaphysik folgt der tibetische Buddhismus
der Madhyamika- und der Yogacara-Schule1) (Mahayana, "großes
Fahrzeug).
In Bezug auf die Durchführung der Meditationen und Rituale
folgt er dem Tantrismus (Vajrayana, "Diamantfahrzeug")
Diese drei Aspekte buddhistischer Praktiken sieht
man als fortschreitende Stufen auf dem spirituellen Weg an.2) Erst
soll man der Saravastivada-Disziplin folgen, dann die Philosophien
der Madhyamika und Yogacara-Schule studieren und schließlich tantrische Meditationen üben.
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[1] Madhyamika: mittlerer Weg zwischen den Extremen;
Yogacara: Yoga im Sinne von Meditationslehren.
[2] Die Betrachtung der drei yanas nicht nur als historisch
aufeinander folgende Entwicklungsphasen des Buddhismus, sondern auch als drei
aufeinander aufbauende Stadien des individuellen Entwicklungsweges ist eng
verknüpft mit Atisa, dem großen Lehrer des indischen Buddhismus,
der im 11. Jahrhundert in Tibet lehrte.
Nach Sangharakshita - Einführung in
den tibetischen Buddhismus. Herder Verlag 2000
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