Die Kulturgeschichte Chinas
2. Die Bronzezeit


Figur aus der BronzezeitDie Anfänge der Metallbearbeitung in China, so die heutige Forschung, liegen in der Bronzezeit, etwa zur Zeit als die Schriften von den Sandai, den drei Dynastien Xia, Shang und Zhou, berichten, die vom 21. bis zum 3. Jahrhundert vor Christi in weiten Teilen des Landes die Macht innehatten.

Die antike Geschichte verherrlichte die Zeit des Altertums als Brunnen der Weisheit und der sozialen Ordnung und schrieb ihr alle fundamentalen Erfindungen zu: dies sowohl auf dem Gebiet der sozialen Entwicklung wie auch auf dem Gebiet einer perfekten Regierung mit weisen Herrschern, die unerreichbar beispielhaft waren in ihrer Tugend und Moral. Zahlreiche Legenden erzählen von den Taten der übernatürlichen, göttlichen Helden.

Leuchtendes Vorbild für Hingabe und Aufrichtigkeit war Fuxi. Er ließ unter anderem die ersten Musikinstrumente herstellen, führte die Ehe ein und unterwies seine Untertanen in Jagd und Fischfang.
Sein Nachfolger Shennong wiederum führte den Anbau von Hirse ein, errichtete Märkte und entdeckte die Heilwirkung verschiedener Pflanzen.
Huangdi, der "Gelbe Kaiser", gab seinen Untertanen unter anderem den Karren und das Boot, erfand die Töpferei und den Kalender und führte Regeln für religiöse Zeremonien ein. Von Huang Di stammt der Überlieferung nach auch das grundlegende Werk der Traditionellen Chinesischen Medizin, das Huang Di Nei Jing (Buch des Gelben Kaisers zur Inneren Medizin).
Nachfolgende Regenten wie Yao und Shun wurden aufgrund ihrer Weisheit und ihrer menschlichen Qualitäten, aber auch wegen ihrer Opferbereitschaft für den Staat verehrt.
Der Große Yu, der die Xia-Dynastie begründet haben soll, brachte durch wasserbautechnische Maßnahmen die Flüsse unter Kontrolle, so dass sie zur Bewässerung benutzt werden konnten.

Die zweite Hälfte des 3. Jahrtausends vor Christi wird in den chinesischen Mythen als eine Zeit großer Veränderungen beschrieben. Der Übergang vom Neolithikum zur Bronzezeit ist von steter Weiterentwicklung gekennzeichnet. Die Longshan-Kultur breitete sich immer weiter aus und zwischen ihren Siedlungen entfaltete sich ein reger Handel. In dieser Gesellschaft, die sich immer differenzierter entwickelte, entstand die politische Vorherrschaft der Priester und Schamanen. Die Fortschritte in der Technik wurden intensiver für die Herstellung ritueller Gegenstände benutzt, als zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Techniken. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich auch die Metallbearbeitung, und es entstanden die ersten Formen eines organisierten Staates.

Das Staatsgebilde festigte sich, nachdem die kulturellen Gefüge, die um die Vorherrschaft in der zentralen Tiefebene kämpften, politisch und militärisch erfolgreich waren: Die Xia-Dynastie - hervorgegangen aus der Longshan-Kultur von Henan - konnte ihre Macht am Delta des Huanghe (Gelber Fluss) festigen und herrschte bis zum 16. Jahrhundert vor Christi. Sie wurde von der Shang-Dynastie, den Erben der Longshan-Kultur von Shandong abgelöst. Ursprünglich im Osten der zentralen Tiefebene beheimatet, behaupteten die Shang ihre Vormachtstellung bis in das 11. Jahrhundert vor Christi. Den Shang folgte die Zhou-Dynastie, die Nachkommen der Longshan-Kultur von Shaanxi, die bis 221 v. Chr. die Macht innehatte.

In der Bronzezeit schufen die Chinesen unzählige Gegenstände aus Bronze, stellten jedoch nur selten menschliche Figuren dar. Die Handwerkskunst nahm in dieser Zeit große Ausmaße an. In einem Grab aus dem 5. Jahrhundert entdeckte man fast 10 Tonnen Bronze. Enorme materielle und menschliche Ressourcen waren nötig, um diese immense Produktion in Gang zu halten.

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Die Darstellung folgt Maurizio Scarpari "Das antike China"

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