Focusing als Bereicherung für die Shiatsu Praxis (3)
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Im letzten Artikel über das Focusing und darüber, wie es die Shiatsu Praxis bereichern könnte, ging es um die äußere und innere Bewegung in einen „FreiRaum“.
Zwei Beispiele aus meiner Shiatsu Praxis sollten veranschaulichen, wie die KlientIn bereits im Ankommen und im das Shiatsu einleitenden Gespräch dazu eingeladen werden kann, sich mit ihrem Heilsein, der Lebendigkeit ihres Körpers und dem freien Fluss ihrer Energie zu verbinden. Dieser Kontakt mit dem Lebendigen kann damit das Gemeinsame werden, auf das KlientIn und BehandlerIn sich während des Shiatsu beziehen. Zurückkehren zum Fluss / FreiRaum begleitet uns durch die Behandlung Das, was als „Blockierendes“ zur Shiatsubehandlung mitgebracht wurde oder etwas, das sich während der Behandlung neu auftut, kann den Bewusstseinszustand FreiRaum verdrängen und die Aufmerksamkeit der KlientIn an sich binden. Gelingt dies jedoch nicht, können Interventionen wie: „Ich nehme wahr, dass sich da in Ihnen etwas tut.“ oder: „Können Sie mir mitteilen, wo Sie gerade sind?“ die KlientIn dazu einladen, bewusst wahrzunehmen, was jetzt gerade geschieht. Dies zu benennen unterstützt sie darin, zu einem Ich im Jetzt zurückzukehren, das etwas, das sich körperlich meldet oder etwas, das sich in ihr ereignet, wahrnimmt. Der freie Raum zwischen ihr und dem Wahrgenommen eröffnet sich erneut. Sie erlebt sich selbst wieder als körperlich anwesendes, atmendes Wesen, das etwas dabei hat, was ihre Aufmerksamkeit ruft. Bleibt die Aufmerksamkeit trotz dieser einladenden Interventionen am Schmerz (als Beispiel) hängen, so könnte die im letzten Artikel beschriebene „Übung des guten Ortes“ hilfreich sein. Hier wird die KlientIn dazu eingeladen, einen Ort in sich zu finden, an dem sie sich wohl fühlt, bei diesem zu verweilen und ihn in allen Modalitäten zu beschreiben, so dass er sich in ihr etwas ausdehnen kann. Sie wird sodann dazu angeregt, sich dort niederzulassen und wahrzunehmen, wie sie sich jetzt fühlt. Das, was wahrgenommen wurde (hier: der Schmerz) kann im weiteren Verlauf zum Gegenstand der Behandlung werden.
Die innere Einstellung und das ständige Zurückbesinnen auf das Lebendige, ist es, was es der BehandlerIn ermöglicht, diesen besonderen Aufmerksamkeitsraum für die KlientIn zu halten und immer wieder neu zu eröffnen, wenn er verloren ging. Carl Rogers, der Begründer der klientenzentrierten Gesprächstherapie, schreibt zur Haltung des Therapeuten: „Manchmal, wenn ich auf meine therapeutischen Erfahrungen zurückblicke, habe ich das Gefühl, dass meine Rolle gewissermaßen die eines Gärtners ist, der sich bemüht, die Bedingungen für Wachstum herzustellen, weil es ihn befriedigt, etwas wachsen zu sehen – der aber weiß, dass er auch als noch so kenntnisreicher Botaniker das Wachstum selbst nicht herbeiführen kann. Das ist Sache der Pflanze.“ FreiRaum für die Begegnung schaffen: Das FreiRaum Schaffen ist eine der Möglichkeiten, diesen von Carl Rogers so schön beschriebenen Wachstums-Raum für die Behandlung zu eröffnen. Hierzu einige Anregungen: Du könntest mit einem tiefen Atemzug in Deine Innenräume reisen... Die bis jetzt für das Begleiten beschriebenen Schritte des FreiRaum Schaffens finden hier Anwendung auf das ganz Eigene. Das, was die BehandlerIn gerade beschäftigt, wird bewusst wahrgenommen. Im „hallo, du bist heute mit mir dabei“ findet es Beachtung und Wertschätzung. An ihrer Seite kann es in der Behandlung mit dabei sein. Im Spüren des lebendigen Flusses bei sich und beim Anderen, wird es ihr möglich, auch das Stocken wahrzunehmen und ein Gespür dafür zu bekommen, wo es hingehört. Wenn der FreiRaum der BehandlerIn verloren geht Der FreiRaum der BehandlerIn kann verloren gehen, wenn das, was die KlientIn aus ihrem Kontakt mit dem Fließenden bringt, im eigenen Inneren verborgene Charaktermuster aktiviert.Ich möchte hier gerne ein Beispiel aus einer Supervisionssitzung vorstellen: Die Behandlerin erlebte im Kontakt mit ihrer KlientIn immer wieder dasselbe: Sie geriet in einen Zustand, in dem sie die Klientin am liebsten schütteln wollte. Ist es Motivation, Schmerzen und Beschwerden zu lindern, lockt der Schulterschmerz die Aufmerksamkeit. Ist es Bedürfnis, Erklärungen für Zustände zu finden, löst ein besonders wahrgenommenes Tsubo ein Fahnden nach Ursachen aus. Ist es Motivation, die Macht zu haben, kann das Kontrollieren und Festhalten der KlientIn dazu verleiten, mit ihm in Kampf zu geraten. Das Umgehen mit eigenen Emotionen, lässt im Strom der Emotionen mitschwimmen oder löst ein Beschwichtigen und Trösten aus. Übertragungen schmeicheln einem Bedürfnis nach Anerkennung. An dieser Stelle möchte ich Dich dazu einladen, für einen Moment innezuhalten… __________________________________ [1] Rogers, C.R., (1996), Therapeut und Klient . Grundlagen der Gesprächspsychotherapie, Geist und Psyche Fischer, Seite 125
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© Ute Ursula Burkhardt (http://www.uub-heilpraxis.de) ist Shiatsu-Lehrerin und Focusingtherapeutin in D-72762 Reutlngen (veröffentlicht in Shiatsu Journal 49, Sommer 2007) |