Das am 7. Juli 2015 vom Nationalrat beschlossene Steuerreformgesetz sieht vor, dass ab dem 1. Jänner 2016 alle Bareinnahmen (auch wenn per Bankomat, Kreditkarte, Barscheck, Gutschein oder Bon gezahlt wird) einzeln und mit einem elektronischen Aufzeichnungssystem (Registrierkasse) zu erfassen sind, wenn:
•    der Jahresumsatz € 15.000,-- und
•    die Barumsätze € 7.500,-- im Jahr überschreiten.

Am 22. Juli wurde die Begutachtung für die Registrierkassensicherheitsverordnung abgeschlossen, die die genauen Spezifikationen (und damit Anforderungen) festlegt. Erst mit dem Vorliegen dieser Verordnung, die sicher noch einige Zeit auf sich warten lässt, ist klar, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen – deswegen sollte man mit dem Kauf einer Registrierkassa noch warten!           

Belegerteilungsverpflichtung: Für jeden Betrieb besteht ab 1. Jänner 2016 die Verpflichtung bei Barzahlungen einen Beleg zu erstellen und dem Käufer oder Kunden auszuhändigen. Der Käufer/Kunde muss den Beleg entgegennehmen und bis außerhalb der Geschäftsräumlichkeiten für Zwecke der Kontrolle durch die Finanzverwaltung mitnehmen. Der Unternehmer wiederum  muss eine Durchschrift oder elektronische Abspeicherung machen und, wie alle Buchhaltungsunterlagen, sieben Jahre aufbewahren. Jeder Beleg muss folgenden Inhalt aufweisen:
•    Bezeichnung des leistenden/liefernden Unternehmens
•    fortlaufende Nummer mit einer oder mehreren Zahlenreihen, die zur Identifizierung des Geschäftsvorfalls einmalig vergeben werden
•    Tag der Belegausstellung
•    Menge und handelsübliche Bezeichnung der Ware oder Dienstleistung
•    Betrag der Barzahlung
•    bei Verwendung von elektronischen Kassen: Kassenidentifikationsnummer, Datum und Uhrzeit der Belegausstellung, Betrag der Barzahlung nach Steuersätzen getrennt, maschinenlesbarer Code (QR-Code) – letzterer Punkt wird (voraussichtlich) erst in der Registrierkassensicherheitsverordnung beschlossen.

In folgenden Fällen sind Ausnahmen/Erleichterungen möglich:
•    für Umsätze bis zu einem Jahresumsatz von € 30.000,--  je Betrieb oder wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb, die von Haus zu Haus oder auf öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen oder anderen öffentlichen Orten, jedoch nicht in oder in Verbindung mit fest umschlossenen Räumlichkeiten ausgeführt werden (Kalte-Händeregelung)
•    für wirtschaftliche Geschäftsbetriebe von abgabenrechtlich begünstigten Körperschaften
•    für bestimmte Warenausgabe- und Dienstleistungsautomaten
•    nur von der Registrierkassenpflicht für Betriebe, bei denen keine Gegenleistung durch Bezahlung mit Bargeld erfolgt. Diese Ausnahme wird hauptsächlich sogenannte Webshops betreffen.

Erleichterungen sind auch, was für Shiatsu-PraktikerInnen von Bedeutung sein könnte, hinsichtlich der zeitlichen Erfassung der Bareinnahmen in die Registrierkasse vorgesehen. Die Ausnahme soll die „mobilen Gruppen“, wie mobile Masseure, betreffen. Diese sollen ihre Umsätze mittels Paragon aufzeichnen dürfen, einen Beleg erteilen und erst im Nachhinein den Geschäftsfall in der elektronischen Kasse am Betriebsort erfassen dürfen.

Als Unterstützung zur Finanzierung der vorgeschriebenen Systeme (Anschaffung oder Umrüstung) ist eine beantragbare Prämie in Höhe von € 200,-- pro Kassensystem vorgesehen. Die Prämie kann bei der Steuererklärung geltend gemacht werden, wird dem Abgabenkonto gutgeschrieben und stellt keine Betriebseinnahme dar (d.h. sie ist steuerfrei). Für die Inanspruchnahme müssen die Ausgaben jedoch vor dem 1.1.2017 erfolgen. Die Anschaffungskosten bzw. die Umrüstkosten sind nicht über mehrere Jahre zu verteilen (abschreiben), sondern können sofort im Jahr des Aufwandes in voller Höhe als Betriebsausgabe angesetzt werden.

(Quelle: WKO)