Im Rahmen der Gewerbereferententagung 2014 (Teilnehmer sind Mitarbeiter der Länder und des Bundes) wurde festgehalten, dass:

  • alle jene uneingeschränkten Gewerbeberechtigungen lautend auf „Massage“, die vor der Einführung der in sich geschlossenen Systeme (28. 1. 1003) gelöst wurden, beinhalten auch die in sich geschlossenen Systeme (können also auch Shiatsu, Ayurveda-Wohlfühlpraktik und Tuina An Mo Praktik ausüben) und
  • haben deshalb auch die Verpflichtung zum Nachweis der Fortbildungen. Das bedeutet, dass sie gesamt (für alle drei in sich geschlossene Systeme) 120 Stunden spezifische Fortbildung nachweisen müssen. Ist ein Gewerbescheininhaber nur in einem der drei in sich geschlossenen Systeme tätig, benötigt er entsprechend nur 40 Stunden Fortbildung.
  • Alternativ wird von den Behörden eine Einschränkung auf „Massagen, ausgeschlossen der in sich geschlossenen Systeme …“ bzw. bei Ausübung einer Methode (und entsprechendem Fortbildungsnachweis) entsprechend angepasst.

 

Im Protokoll der Gewerbereferententagung 2017 (https://www.bmdw.gv.at/Unternehmen/Gewerbe/Documents/GRT%202017%20Protokoll%20barrierefrei.pdf) wird der Frage nochmals nachgegangen, inwieweit Inhaber des uneingeschränkten Massagegewerbes vor dem Inkrafttreten der Massage-Verordnung 2003 (BGBl. II Nr. 68/2003 idF. BGBl. II Nr. 20/2017) verpflichtet sind, Fortbildungen für die ganzheitlich in sich geschlossenen Systeme zu leisten. Zu dieser Thematik bekräftigt das Ministerium, was schon anlässlich der Gewerbereferententagung 2014 festgehalten wurde:

„… Zumal Personen, die vor Inkrafttreten der Massage-Verordnung die (uneingeschränkte) Massagegewerbeberechtigung erlangt haben, auch zur Ausübung von Tätigkeiten der ganzheitlich in sich geschlossenen Systeme berechtigt sind und § 2 Abs. 3 der Massage-Verordnung auf die bloße Berechtigung abstellt, würde eine reine Wortinterpretation zu dem Ergebnis führen, dass diese Gewerbetreibende alle fünf Jahre Fortbildungen im Ausmaß von jeweils 40 Stunden in sämtlichen in Betracht kommenden ganzheitlich in sich geschlossenen Systemen zu besuchen hätten. Zumal jedoch fraglich erscheint, ob die Massagegewerbetreibenden (alt) im Rahmen ihrer Ausbildung die in § 2 Abs. 3 Massage-Verordnung angeführten Kenntnisse und Fertigkeiten erworben haben, die nunmehr zu vertiefen wären, wäre von einer reinen Wortinterpretation Abstand zu nehmen und nur in jenen Fällen der Nachweis des Besuches von Fortbildungen im Ausmaß von mindestens 40 Stunden zu fordern, in denen auch tatsächlich Tätigkeiten ganzheitlich in sich geschlossener Fälle praktiziert werden. Sofern in diesen Fällen der Nachweis des Besuches von Fortbildungen im Ausmaß von mindestens 40 Stunden nicht erbracht werden kann, wäre - sofern keine Einschränkung der Gewerbeberechtigung erfolgt - gemäß § 368 GewO 1994 vorzugehen. Diese Auslegung entspricht jedenfalls der vom Verordnungsgeber mit der Fortbildungsverpflichtung intendierten Qualitätssicherung…“.

Das bedeutet, dass nur Inhaber des Vollgewerbes Massage, die ihr Gewerbe vor der Massage-Verordnung 2003 erworben haben und ein in sich geschlossenes System (wie z.B. Shiatsu) tatsächlich ausüben (anbieten, bewerben …), zur gesetzlich vorgeschriebenen Fortbildung in dieser bzw. diesen Methoden verpflichtet sind.

 

  • Es gibt nach wie vor keine ministerielle Liste anrechenbarer Kurse, wobei der Radius möglicher Weiterbildungskurse zumindest derzeit eher weit gezogen wird. So können durchaus auch einzelne Weiterbildungskurse aus dem kaufmännischen oder rechtlichen Bereich angerechnet werden, wenn sonst der Fokus auf der fachlichen Weiterbildung liegt. Fachfremde Kurse können definitiv nicht anerkannt werden, letztendlich liegt es aber immer im Ermessen der jeweiligen Behörde, was anerkannt wird. Mit regionalen Unterschieden ist deshalb zu rechnen..