Die Registrierkassenpflicht samt Belegerteilungspflicht für nahezu alle Unternehmen, die Bareinkünfte (auch Bankomat und Kreditkarte werden als Bareinnahmen gerechnet) erzielen, tritt bekanntermaßen mit 1. 1. 2016 in Kraft. Ausgenommen von dieser Regelung sind nur Betriebe mit einem Jahresumsatz unter 15.000 Euro oder Barumsätze unter 7.500 Euro.

Für Unsicherheit sorgt allerdings die sogenannte Registrierkassensicherheitsverordnung, mit der ab 1. Jänner 2017 alle Kassen sicher gemacht werden sollten. Dabei wird ein völlig neues System eingeführt, um die Kassen manipulationssicher zu machen. Bis heute allerdings gibt es keine verbindlichen Richtlinien für die technischen Notwendigkeiten der Kassen. Es liegt bislang erst ein Entwurf vor, der zur Begutachtung gegeben wurde.

Vor dem Vorliegen der endgültigen Spezifizierungen, so z.B. die Empfehlung der Wiener Innung für Fußpflege, Kosmetik und Massage, sollte man keine Registrierkassa oder eine entsprechende Software („die den Computer zur Registrierkassa macht“) kaufen, es sei denn der Hersteller garantiert schriftlich die kostenlose Anpassung der Registrierkassa, der Software an die Vorgaben der Registrierkassenverordnung mit 1. Jänner 2017.

In dieser für Betriebe verunsichernden Situation (und wegen der Zeitknappheit bis zum In-Kraft-Treten der Registrierkassenverpflichtung) hat Finanzminister Schelling eine Straffreiheit von 6 Monaten angekündigt, was einer de-facto-Verschiebung auf den 1. Juli 2016 bedeutet (http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/4846557/Registrierkasse_Straffreiheit-bis-Juli). Entsprechend benannte Wirtschaftsminister Mitterlehner in der Pressestunde am 18. Oktober das Motto des Staates im ersten Halbjahr 2016 mit "Beraten statt strafen".

Möglichkeiten und Kosten

Eine Registrierkassa, die die Anforderungen für 2017 erfüllt (erfüllen wird), koset – so die Information aus der Wirtschaftskammer – voraussichtlich von 8oo Euro aufwärts. Neben der klassischen” Registrierkassa bieten sich hier auch reine Software- und/oder Online-Lösungen an, die von der Preisgestaltung aber oftmals teurer ausfallen als eigenständige Registreirkassen (monatliche Kosten von beispielsweise 40 Euro bedeuten in zwei Jahren auch mehr als 800 Euro, den Preis einer eigenständigen Registrierkassa ohne teuren Wartungsvertrag”).

Beispiele für Software- und Online-Lösungen sind:

  • Herold Etron onR (http://registrierkasse.herold.at)
    Die Anpassung an die Anforderungen ab 2017 erfolgt, und Harold Eltron onR funktioniert auch mit Tablets und Smartphones.
    Kosten lt. Homepage 39 Euro / Monat

  • dieRegistrierkasse.at (http://www.dieregistrierkasse.at)
    dieRegistrierkasse.at gibt es als App und Webclient und funktioniert so, dass man vom Smartphone aus Kassabons ausdrucken kann.
    Kosten lt. Homepage ab 29 Euro / Monat

  • Ready2order (https://ready2order.com/at/)
    Die Anpassung an die Anforderungen ab 2017 erfolgt. Ready2order ist eine Online basierte Lösung mit Server in Deutschland (Datenschutz ist garantiert und die gesetzlich vorgeschriebene Sicherung auf einen 2. Server ist gegeben), die auch mit Tablets und Smartphones funktioniert.
    Kosten für kleinere Umsätze lt Homepage: Man lädt 500 Euro auf und es fallen 0,6% des Nettoumsatz an Transaktionskosten an.

  • 123bon.at (http://www.123bon.at)
    Die Anpassung an die Anforderungen ab 2017 erfolgt. 123bon ist als stationäre Kasse und mobile Kasse erhältlich. Bei der mobile Kasse erfolgt eine elektronische Bon-Erstellung von Smartphone oder Tablett bei bestehender Internetverbindung.
    Kosten für kleinere Umsätze lt Homepage: Kassen- und Verwaltungsoberfläche für jedes Smartphone/Tablet oder Notebook 30 Euro / Monat

  • Rza software & business solution (http://www.rza.at)
    Über die Anpassung an die Anforderungen ab 2017 finden sich keine Hinweise. Das Rza-Kassenmodul macht einen PC zur Registrierkasse.
    Kosten: Kassenmodul zur rza®fakt ab 88 Euro /Jahr

  • CBird (http://cbird.at)
    Die Anpassung an die Anforderungen ab 2017 erfolgt. CBird ist eine Registrierkassa auf USB-Stick, die einen Computer (Windows oder Mac) und einen Drucker benötigt. Die gesetzlich geforderte Zweitsicherung ist auf dem eigenen Computer.
    Kosten: knapp 200 Euro, es fallen keine weiteren Kosten an.