Selbständig Erwerbstätige haben mitunter wegen geringer Einkünfte mit der Beitragsbelastung zu kämpfen und manchmal kann ein unvorhersehbares Ereignis sogar die Existenz bedrohen. Um Härtefälle abzumildern, kann die SVA Kleinverdienern eine Notfallhilfe in Form der sogenannten Überbrückungshilfe gewähren (https://www.sozialversicherung.at/portal27/portal/svaportal/content/contentWindow?contentid=10007.751361&action=2&viewmode=content). Die finanzielle Hilfeleistung beträgt 50 Prozent der Sozialversicherungsbeiträge und wird direkt auf dem Beitragskonto gutgeschrieben.


Anspruch auf Überbrückungshilfe

Anspruch auf Überbrückungshilfe hat man im Fall eines außergewöhnlichen Ereignisses, wenn man selbständig erwerbstätig und in der Pensionsversicherung nach dem Gewerblichen Sozialversicherungsgesetz (GSVG) oder dem Sozialversicherungsgesetz für freiberuflich selbständig Erwerbstätige (FSVG) pflichtversichert ist und folgende Kriterien erfüllt:

  • das monatliches Nettoeinkommen beträgt nicht mehr als 1.146 Euro,
  • die Einkommensgrenze erhöht sich für den Partner (Ehegatten und eingetragene Partner) um 492 Euro
  • und für jedes unversorgte Kind um 244 Euro.


Außergewöhnliche Ereignisse

Ein „außergewöhnliches Ereignis“ ist zum Beispiel eine lang andauernde Krankheit, die zur Arbeitsunfähigkeit führt und für (voraussichtlich) mehr als 6 Wochen andauert. Auch ein Ereignis, das „weder langfristig vorhersehbar noch beeinflussbar oder abwendbar" war, kann berücksichtigt werden. Dazu gehören z. B. mangelnde Liquidität als Folgeerscheinung der Insolvenz eines großen Auftraggebers oder auch höhere Gewalt, wenn die Betriebsstätte aufgrund einer Naturkatastrophe unbenutzbar ist.

Man hat allerdings keinen Anspruch auf Überbrückungshilfe, wenn die Gründe für einen finanziellen Engpass im unternehmerischen Risiko liegen. Dazu gehört zum Beispiel das Ausbleiben von Aufträgen, die Anlaufzeit eines Geschäftsmodells oder der Verdrängungswettbewerb durch neue Produkte am Markt.

Infoblatt:
http://svagw.at/portal27/portal/svaportal/content/contentWindow?contentid=10008.615174&action=b&cacheability=PAGE&version=1434004554


Dauer und Höhe der Überbrückungshilfe

  • Die Überbrückungshilfe gibt es einmalig und für höchstens sechs Monate.
  • Die Überbrückungshilfe beträgt 50 Prozent der vorgeschriebenen Sozialversicherungsbeiträge. Basis dafür ist die vorläufige Beitragsgrundlage. Nachzahlungen und Guthaben können nicht berücksichtigt werden.
  • Die Überbrückungshilfe wird auf dem Beitragskonto gutgeschrieben. Auf der nächsten Beitragsvorschreibung weist die SVA auf die Gutschrift hin.
  • Die Überbrückungshilfe ist bei der SVA Landesstelle zu beantragen.

Antrag auf Überbrückungshilfe:
http://svagw.at/portal27/portal/svaportal/content/contentWindow?contentid=10008.586623&action=b&cacheability=PAGE&version=1433925025