Die Ausbildung zum Shiatsu-Praktiker, zur Shiatsu-Praktikerin ist durch eine besondere, unter Umständen auch problematische Organisationsform gekennzeichnet, in der die AusbildnerInnen (LehrerInnen) zugleich auch die PrüferInnen sind. Für den Fall, dass sich Schwierigkeiten oder Differenzen zwischen SchülerInnen und LehrerInnen (und damit zugleich auch PrüferInnen) ergeben, hat der Dachverband folgende Vorgangsweise festgelegt, die sowohl für die Abschlußprüfung zur Shiatsu-Praktikerin, zum Shiatsu-Praktiker wie auch für einen Schulwechsel während der Ausbildung gilt:

  • Die erste Anlaufstelle ist und soll immer die betreffende Shiatsu-Schule sein. Das bedeutet, dass der Schüler, die Schülerin, für den/die sich tiefgreifende Probleme mit einer oder mehreren AusbildungsleiterInnen einer Schule ergeben haben, sich in erster Linie an die eigene Schule (LehrerInnen, LeiterInnen, Schüler-VertreterInnen ...) wenden soll.
  • Wenn sich ein Schüler, eine Schülerin wegen bestehender, tiefgreifender Probleme und Differenzen an eine andere Schule wendet, soll der betreffende Schüler, die betreffende Schülerin zuallererst auf die eigene Schule (und deren internes Konfliktmanagement) zurückverwiesen werden.
  • Wenn sich ein Schüler, eine Schülerin wiederholt wegen bestehender, tiefgreifender Probleme und Differenzen an eine andere Schule wendet und eine Aussprache, Klärung zwischen dem Schüler, der Schülerin und der Ausbildungsleitung augenscheinlich nicht stattgefunden hat oder unklar ist, ob es zu einer solchen Aussprache kam, soll die so angesprochene Schule mit der Leitung der betroffenen Schule (in der der Schüler, die Schülerin ihre Ausbildung absolviert) Kontakt aufnehmen und Rücksprache halten.
    Über diese Vorgangsweise muß der Schüler, die Schülerin im Gespräch informiert werden!
  • Die erste und wichtigste Ebene der Klärung oder Problemlösung ist das schulinterne Krisenmanagement. Die Art und Weise, in der dieses Krisenmanagement erfolgt, obliegt der betreffenden Schule.
  • Wenn das schulinterne Krisenmanagement zu keiner beide Seiten befriedigenden Lösung führt, soll eine neuerliche Aussprache vereinbart werden, in der der SchülerInnen-Vertreter, die SchülerInnen-Vertreterin des Dachverbandes (oder beide) eine vermittelnde Rolle einnimmt.
  • Ein Schulwechsel kann aber auch dann erfolgen, wenn eine Schülerin, ein Schüler dezidiert (am besten schriftlich) auf ein klärendes Gespräch (siehe obiger Punkt) verzichtet. Im Interesse aller sollte aber in jedem Fall zuerst versucht werden, eine Gesprächsmöglichkeit zu finden.
  • Wenn auch im Beisein des SchülerInnen-Vertreters, der SchülerInnen-Vertreterin (oder beider) keine beide Seiten befriedigende Lösung gefunden werden konnte, kann sich der Schüler, die Schülerin, sofern er/sie die formalen und inhaltlichen Ausbildungskriterien des Dachverbandes erfüllt (z.B. Ausbildungsdauer, Stundenanzahl, inhaltliche Kriterien ...), an die Prüfungskommission des Dachverbandes wenden. Die Prüfungskommission des Dachverbandes besteht aus drei PrüferInnen. Eine dieser drei PrüferInnen ist notwendigerweise PrüferIn der betroffenen Schule.
  • Wenn auch im Beisein des Schüler-Vertreters, der Schüler-Vertreterin (oder beider) keine beide Seiten befriedigende Lösung gefunden werden konnte, kann sich der Schüler, die Schülerin, sofern er/sie die formalen und inhaltlichen Ausbildungskriterien des Dachverbandes noch nicht erfüllt (z.B. Ausbildungsdauer, Stundenanzahl, inhaltliche Kriterien ...), an eine beliebige Shiatsu-Schule im Dachverband wenden, um dort seine/ihre Ausbildung fortzusetzen bzw. zu beenden.
  • Die Anerkennung (Anrechnung) bisher erfolgter Ausbildungsschritte liegt hier - aufgrund eventueller inhaltlicher und didaktischer Unterschiede - im Ermessen der betreffenden Schule und soll mit dem Schüler, der Schülerin vor der Weiterführung der Ausbildung definitiv abgeklärt und klar festgelegt werden.
  • Empfohlen wird in allen diesen klärenden Gesprächen der Einsatz eines Tonbandprotokolles, wobei jedoch zu bedenken und beachten ist, dass eine solche Tonbandaufzeichnung nicht gegen den Willen oder ohne dem Wissen eines/einer Beteiligten gemacht werden darf!