Die Pilotstudie „Shiatsu als Weg in die Achtsamkeitspraxis“ von Joachim Schrievers, Jana Kraft & Niko Kohs – Ergebnisbericht vom 20. Juni 2018[1] – untersucht die Wirksamkeit von Shiatsu in Verbindung mit Achtsamkeit[2] auf Stressempfinden, Wohlbefinden und Brunout-Gefährdung von Personen in einer Lebenskrise, die auf einen Therapieplatz für Psychotherapie warteten.

  
Untersuchte Thesen

Untersucht wurden folgende Fragestellungen/Thesen:

  1. Die Behandlung wirkt sich positiv auf das subjektive Gesamtbefinden der KlienIn aus.
  2. Die Achtsamkeit der KlientIn verstärkt diese Wirkung von Shiatsu.
  3. Das zusätzliche eigenständige Praktizieren von Achtsamkeitsübungen verstärkt die Wirkung von Shiatsu und macht sie nachhaltiger.
  4. Die Kombination von Achtsamkeitsübungen in Form der „vier Anker“ mit Shiatsu wirkt schneller, intensiver und nachhaltiger als MBSR.[3]

  
Shiatsu-PraktikerInnen

In die Studie wurden sieben Shiatsu-PraktikerInnen einbezogen, sechs Frauen und vier Männer, die mehrheitlich zwischen 51 und 60 Jahre alt waren, zwei davon über 60 Jahre. Bis auf einen Behandler hatten alle BehandlerInnen eine von der Gesellschaft für Shiatsu Deutschland (GSD) anerkannte Ausbildung mit über 500 Stunden absolviert. Alle Shiatsu-PraktikerInnen waren vorab geschult worden, um einen vergleichbaren Ablauf in Behandlung, Dokumentation sowie Anleitung der vier Anker sicherzustellen.

  
Durchführung der Studie

Die Studien-TeilnehmerInnen wurden über Hausärzte und persönliche Kontakte der teilnehmenden ShiatsuPraktikerInnen akquiriert. Bei Interesse konnten sie über einen Zeitraum von sechs bis 12 Wochen kostenlose Shiatsu-Behandlungen in ihrer Nähe erhalten und verpflichteten sich dafür, in dieser Zeit dreimal sowie einen Monat nach Ende der Behandlungsserie anonym studienrelevante Fragebögen auszufüllen:

  • Perceived Stress Questionnaire (PSQ), der das subjektive Stressempfinden mit den Unterkategorien Sorgen, Anspannung, Freude und Anforderungen misst.[4]
  • WHO-5 Wohlbefindens-Index mit 7-stufiger Likert-Skala, der der Erfassung des psychischen Wohlbefindens dient.[5]
  • Tedium Measure (TM), der die Burnout-Gefährdung anhand der Häufigkeit des Gefühls von Überdruss beurteilt.[6]
  • Mindful Attention and Awareness Scale (MAAS), der die generelle Achtsamkeit misst.[7]
  • Freiburger Fragebogen zur Achtsamkeit (FFA), der die Achtsamkeit bezogen auf den Umgang mit sich selbst sowie die Unterkategorien von Achtsamkeit Akzeptanz und Präsenz misst.[8]
  • Darüber hinaus enthielten die Fragebögen zusätzlich Fragen zur Bewertung des Programmablaufs, sowohl inhaltlich als auch organisatorisch, um spezifische Aspekte der eingesetzten Methode zu erheben.
  • Neben der Befragung der KlientIn wurde nach jeder Sitzung auch ein Behandlungsprotokoll von der Shiatsu-PraktikerIn ausgefüllt. Dieses enthält Angaben zur Organisation und Realisierung der Termine, zur Durchführung der Behandlung sowie Feedback der KlientIn über Erfahrungen während der Behandlung selbst sowie über die eigenständige Durchführung und Einschätzung der Übungen seit der letzten Behandlung.

  
Behandlungen

Die Behandlungen erfolgten zwischen April 2017 und Februar 2018. Von den ursprünglich insgesamt 26 Probanden brachen zwei die Studie ab, so dass sie letztlich mit 24 TeilnehmerInnen zu Ende geführt wurde. Durchschnittlich fanden acht Behandlungen innerhalb von sieben Wochen statt, wobei der kürzeste Behandlungszyklus drei Wochen und der längste 12 Wochen betrug. 16 Probanden erhielten ihre Behandlungen wöchentlich, sieben vereinbarten mit ihren BehandlerInnen zwei Sitzungen pro Woche.[9]

Der Fokus der Behandlung lag auf der Shiatsu-Behandlung selbst, die weitgehend in Stille und einer achtsamen Atmosphäre stattfand, wobei die KlientIn eine überwiegend passive Rolle einnahm. Ihre Aufmerksamkeit, so die Anweisung, richtete sich während der Behandlung ganz auf die Berührungen der BehandlerIn und die Wirkungen, die von diesen Berührungen ausgehen, um sich in ein vertieftes Selbsterleben führen zu lassen.

Eingeleitet wurden die Behandlungen mit der „Vier-Anker-Übung“ aus der Achtsamkeitspraxis. Die Übungen sind darauf ausgerichtet, die körperliche, geistige und energetische Ebene zu bündeln und die TeilnehmerIn damit auf die Shiatsu-Behandlung vorzubereiten: Sie wird von der BehandlerIn dazu angeleitet, zunächst ihr Körpergewicht und dann ihre Atembewegung bewusst zu erleben, um sich zu erden und zu sammeln. Dann soll die Aufmerksamkeit zunächst auf die Körpermitte und schließlich in den Körperinnenraum gelenkt werden, um sich zu zentrieren und das Körperfeld zu erleben. Abgeschlossen wird jede Behandlung mit einer Nachbesprechung des in der Sitzung Erlebten.

Die Behandlungen dauerten durchschnittlich knapp 75 Minuten, 11 Minuten davon (Spannbreite von fünf bis 30 Minuten) die Achtsamkeitsübungen zu Beginn der Sitzung. Die Shiatsu-Behandlungen selbst dauerten 48 (25 bis 70) Minuten und die Gespräche zur Nach- und (manchmal) Vorbereitung durchschnittlich 15 (1 bis 50 Minuten).

      
TeilnehmerInnen

Die behandelten StudienteilnehmerInnen waren 21 Frauen und drei Männer. Zwei der ProbandInnen waren unter 30 Jahre alt, fünf im Alter zwischen 31 und 40, acht zwischen 41 und 50, sechs zwischen 51 und 60 und drei über 60 Jahre alt. 54% der ProbandInnen (13) waren zu Beginn der Studie erwerbstätig, wobei die wöchentliche Arbeitszeit zwischen 8 und 45 Stunden (Durchschnitt: 34,1; Median: 40) betrug. Von diesen StudienteilnehmerInnen schätzten 8% ihre Arbeitsbelastung als gering, 31% als mäßig, 23% als eher hoch und 39% als sehr hoch ein, die Gestaltung der Arbeitszeit 8% als sehr unflexibel, 39% als eher unflexibel, 31% als eher flexibel und 23% als sehr flexibel. 8% der Erwerbstätigen gaben an, fast nie ausreichend Zeit zur Erholung zu haben, 46% selten, 39% meistens und 8% immer. Von ihrer Arbeit überlastet fühlten sich 54% selten, 39% meistens und 8% immer. 62% der erwerbstätigen TeilnehmerInnen verfügten dabei ihren eigenen Angaben zufolge, eher nicht über angemessene Stressbewältigungsstrategien.

   
Ergebnisse zu These 1 (Positive Wirkung der Behandlung auf das Befinden)

Am hilfreichsten, so die statistische Auswertung des Projekts, zeigte sich die Shiatsu-Behandlung (75% sehr hilfreich, 26“ hilfreich), gefolgt vom begleitenden Gespräch (64% sehr hilfreich, 30% hilfreich), der Achtsamkeitsübung „4 Anker“ im Liegen (44% sehr hilfreich, 56% hilfreich) und achtsamem Nachspüren (39% sehr hilfreich, 52% hilfreich).

  • Im Perceived Stress Questionnaire (PSQ) zeigen sich signifikante Verbesserungen im Gesamtstresswert ebenso wie in den Unterkategorien zwischen den Messpunkten 1 (Beginn der Studie) und 3 (Ende der Behandlungen) bzw. 4 (vier Wochen nach Beendigung der Behandlungen) [10] – mit Ausnahme der Unterkategorie Freude, wo sich zwischen den Messzeitpunkten 1 und 3 keine signifikante Unterschiede finden lassen. Insgesamt zeigen sich eine kontinuierliche Abnahme der Werte von Messzeitpunkt 1 zu 4 bei Gesamtstress, Sorgen, Anspannung und Anforderungen sowie eine kontinuierliche Zunahme der Werte bei Freude.
  • Im WHO-5 zeigen sich eine signifikante Verbesserungen im Wohlbefinden zwischen den Ausgangswerten und allen anderen Messzeitpunkten.
  • Der Tedium Measure (TM) zeigt eine kontinuierliche Abnahme der Burnout-Gefährdung, signifikant ist allerdings nur der prä-post-Vergleich, d.h. der Vergleich zwischen den Werten bei Beginn und Beendigung der Behandlungen.
  • Im Mindful Attention and Awareness Scale (MAAS) zeigen sich signifikante Unterschiede in der generellen Achtsamkeit zwischen den Messzeitpunkten 1 (Beginn) und 3 (Ende der Behandlungen) bzw. 4 (vier Wochen nach dem Behandlungsende).
  • Im Freiburger Fragebogen zur Achtsamkeit (FFA) unterscheiden sich nur die Werte zwischen den Messzeitpunkten 1 und 3 signifikant. Während die Unterkategorie Präsenz keinerlei Signifikanzen aufweist, unterscheiden sich die Werte der Akzeptanz sowohl zwischen Messzeitpunkt 1 und 3 sowie zwischen Messzeitpunkt 1 und 4 signifikant.
  • Insgesamt lässt sich ein kontinuierlicher Anstieg aller Achtsamkeitswerte (MAAS, FFA und Unterkategorien) von Messzeitpunkt 1 zu 4 erkennen.

   
Ergebnisse zu These 2 (Achtsamkeit verstärkt die Wirkung von Shiatsu)

Generell zeigt sich ein signifikanter Einfluss der generellen Achtsamkeit (MAAS-Durchschnittswert über alle Messzeitpunkte hinweg) auf die Wirkung von Shiatsu-Behandlungen, doch weder bei den Gesamtstresswerten noch bei den Unterkategorien lässt sich im PSQ (Perceived Stress Questionnaire) ein Einfluss der Achtsamkeit der ProbandInnen auf die Wirkung erkennen. Ein beinahe signifikanter Einfluss der Achtsamkeit lässt sich auf das psychische Wohlbefinden (WHO-5) nachweisen: Je achtsamer die TeilnehmerInnen sind, desto größer sind die Werte des psychischen Wohlbefindens und desto stärker steigen diese im Verlauf der Behandlungen an.

Signifikant ist der Einfluss der Achtsamkeit auf die Burnout-Gefährdung im Tedium Measure (TM): Je achtsamer die ProbandInnen sind, desto niedriger sind die Werte der Burnout-Gefährdung und desto stärker nehmen diese im Verlauf der Behandlung weiter ab. Allerdings beeinflusst die Achtsamkeit der TeilnehmerInnen den achtsamen Umgang mit sich selbst, sowie die Fähigkeit der Akzeptanz und der Präsenz nicht signifikant. Dennoch lässt sich eine Einflussrichtung erkennen: Je achtsamer die ProbandInnen zu Beginn der Behandlung generell sind, desto stärker entwickeln sie auch einen achtsamen Umgang mit sich selbst, eine akzeptierende Haltung sowie mehr Präsenz.

Zudem unterscheidet sich die Nachhaltigkeit der Effekte je nach Achtsamkeit: Weniger achtsame Probanden zeigen im Follow-Up vier Wochen nach Behandlungsende schlechtere Werte des psychischen Wohlbefindens, der Burnout-Gefährdung, sowie des achtsamen Umgangs mit sich selbst als am Ende der Behandlung, während die Werte bei achtsameren ProbandInnen stabil bleiben oder sich weiter verbessern.

   
Ergebnisse zu These 3 (Achtsamkeitsübungen verstärken die Wirkung von Shiatsu)

Weder bei den Gesamtstresswerten noch bei den Unterkategorien des PSQ zeigt sich ein signifikanter Einfluss der Achtsamkeitsübungen, auch nicht auf psychisches Wohlbefinden (WHO-5) und Burnout-Gefährdung (TM).

Auch auf die Achtsamkeit der StudienteilnehmerInnen haben die zusätzlichen Übungen keinen signifikanten Einfluss: Der Einfluss auf die generelle Achtsamkeit ist eindeutig nicht signifikant, wohingegen der Einfluss auf den achtsamen Umgang mit sich selbst sowie die Entwicklung von Akzeptanz und Präsenz (FFA) nur knapp nicht signifikant ist. 

   
Ergebnisse zu These 4 (Achtsamkeitsübungen in Kombination mit Shiatsu wirken schneller, intensiver und nachhaltiger als MBSR)

Zum Vergleich mit der Wirkung gängiger MBSR-Programme dienen die Ergebnisse einer aktuellen MetaAnalyse von Khoury et al.[11] Diese betrachtet die Wirksamkeit von MBSR bei gesunden Menschen in 29 Studien mit insgesamt 2668 Studienteilnehmern, überwiegend erwachsenen Frauen mit einem Durchschnittsalter von 37 Jahren. Neben anderen Messgrößen werden auch Werte zu Stress, Burnout und Achtsamkeit berechnet.

Dabei ergeben sich signifikante Unterschiede im prä-post-Vergleich der Interventionen mit starken Effektstärken im Hinblick auf Stress, signifikante Unterschiede mit schwachen Effektstärken im Hinblick auf Burnout sowie signifikante Unterschiede mit mittleren Effektstärken im Hinblick auf Achtsamkeit.

   
Wirkfaktoren der Behandlung 

Auf der körperlichen (24 Angaben) und der emotionalen Ebene (21 Angaben) beschreiben die TeilnehmerInnen ein positives Wohlbefinden durch die Behandlungen. Sie genießen die Aufmerksamkeit und die Berührungen der BehandlerInnen (14 Angaben), womit häufig die Beschreibung von Geborgenheit einhergeht.

Die Behandlungen führten bei den ProbandInnen zur Empfindung von Ruhe (18 Angaben) und Entspannung (32 Angaben), welche sich sowohl als kurzfristige Folge der Sitzung einstellt, als auch über den Zeitraum der Behandlungen hinweg zu mehr Gelassenheit und Achtsamkeit führt.

Ein weiterer Punkt ist die Sensibilisierung des Körperbewusstseins (32 Angaben): Während der Behandlung nehmen die TeilnehmerInnen ihren Körper generell intensiver wahr und schildern zudem spezifische körperliche Empfindungen wie das Empfinden von Leichtigkeit, Lockerheit oder auch Schwere (21 Angaben), ein angenehmes Wärme- (19 Angaben) oder seltener Kälteempfinden (4 Angaben), das Empfinden von Kribbeln und Aktivität im Körper (15 Angaben) sowie eine aufkommende Müdigkeit (13 Angaben). Zudem wird mehrmals das Gefühl von Erdverbundenheit (13 Angaben) genannt, das Empfinden von Fließen und Weite im eigenen Körper (11 Angaben) sowie das Gefühl von Ganzheit (8 Angaben). Zudem führt die Behandlung in einigen Fällen zum Gefühl von körperlicher Ausgeglichenheit (7 Angaben) oder Lebendigkeit (5 Angaben).

Als meist längerfristige Veränderung über die Behandlung hinweg wurde mehrmals eine Linderung von Schmerzen und Beschwerden (7 Angaben) beschrieben, als akute aber auch langfristige Folge der Behandlung die Anregung des Magen-Darm-Traktes bzw. die Linderung von Bauchbeschwerden (6 Angaben), eine Lockerung muskulärer Anspannungen (6 Angaben) sowie verbesserter Schlaf (5 Angaben). 

Neben den körperlichen Auswirkungen führten die Behandlungen auch zu emotionalen Veränderungen bei den TeilnehmerInnen. So weisen etliche Kommentare (21) darauf hin, dass die Behandlung die Verarbeitung von emotionalen Themen anstößt. Zudem wurde deutlich, dass die ProbandInnen durch die Teilnahme größere emotionale Klarheit erlangten (16 Angaben), sich selbst und ihre Bedürfnisse besser wahrnehmen können (11x), sich selbst besser steuern bzw. gelassener und achtsamer mit sich selbst umgehen können (13 Angaben).

Die beteiligten PraktikerInnen berichteten ebenfalls von viel positiver Rückmeldung. In vielen Fällen empfanden sie eine Änderung im Gesprächsverhalten ihrer KlientInnen ab der Mitte der Behandlungsserie.

In der abschließenden Bewertung der Studiendurchführung durch die TeilnehmerInnen wurden die Zahl der Behandlungstermine, die Behandlungsbeziehung, das Behandlungsumfeld sowie die Achtsamkeit und Kompetenz des Behandlers überwiegend sehr gut bewertet. Gut bis sehr gut bewertet wurden von den meisten Probanden auch der Abstand der Behandlungstermine, die Unterlagen und die Übungen.

In der Follow-Up-Erhebung, durchschnittlich knapp vier Wochen nach Abschluss der Behandlungen, geben alle 22 Probanden, die noch einbezogen werden konnten, an, die Achtsamkeitsübungen gut bzw. eher gut in ihren Alltag integrieren zu können. Allerdings nur fünf TeilnehmerInnen gaben an, weiterhin zumindest ca. einmal im Monat Shiatsu-Behandlungen zu erhalten, fünf weitere seltener als einmal im Monat.

  
Zusammenfassung und Ausblick

Auf Grund der geringen Anzahl an Probanden besitzen die Ergebnisse keine große statistische Aussagekraft, zeigen aber positive Tendenzen, die in einer nachfolgenden, größeren und auf mehrere Länder ausgedehnten Nachfolgestudie überprüft werden sollen.

  

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[1] Ergebnisbericht „Shiatsu als Weg in die Achtsamkeitspraxis“ von Jana Kraft (https://www.shiatsu-gsd.de/sites/default/files/shiatsu-artikel/ergebnisbericht_shiatsu_achtsamkeit_18-06-22_final_0.pdf). 20.6.2018, Hochschule Coburg. Zusammenfassung der Studie von Karin Koers (https://www.shiatsu-gsd.de/sites/default/files/shiatsu-artikel/zusammenfassung_vorstudie_shiatsu-und-achtsamkeit-de_en2.pdf). September 2018.

[2] Achtsamkeit beschreibt hierbei eine „bestimmte Form der Aufmerksamkeitslenkung“, welche „durch drei Merkmale gekennzeichnet ist: (1) absichtsvoll, (2) im gegenwärtigen Moment und (3) nicht werten.

[3] MBSR, die Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (Mindfulness-Based Stress Reduction) wurde von Jon Kabat-Zinn in den späten 1970er Jahren in den USA entwickelt und zielt auf Stressbewältigung durch die gezielte Lenkung von Aufmerksamkeit. Elemente von MBSR sind die Einübung achtsamer Körperwahrnehmung (Body-Scan), das sanfte und achtsame Ausführen bestimmter Asanas  („Yogastellungen“), das Kennenlernen und Einüben des „Stillen Sitzens“ (Zazen), das achtsame Ausführen langsamer Bewegungen, z.B. in der Form von Kinhin („Gehmeditation“) , Durchführung einer dreiminütigen Achtsamkeitsübung (Breathing-Space) und die Aufrechterhaltung der Achtsamkeit auch bei alltäglichen Verrichtungen.
Die Vier Anker sind „Erdung“ (das Erleben des Körpergewichts), „Sammlung“ (das Erleben der Atembewegung), „Zentrierung“ (Sammeln der Aufmerksamkeit im Hara) und „Selbstkontakt“ (Sammeln der Aufmerksamkeit im Körperinnenraum.

[4] Auf einer Skala von 1 bis 4 wird bewertet, ob der jeweilige Gemütszustand “fast nie”, “manchmal”, “oft” oder “fast immer” auftritt.
Fliege, H., Rose, M., Arck, P., Levenstein, S., & Klapp, B. F. (2001). Validation of the “Perceived Stress Questionnaire”(PSQ) in a German sample.]. Diagnostica, 47(3), 142-152 (https://www.psycharchives.org//handle/20.500.12034/364).

[5] Auf einer Skala von 1 bis 7 misst dieser Text, wie häufig („niemals“ bis „immer“) positive Gefühle in den letzten Wochen empfunden werden.

Brähler, E., Mühlan, H., Albani, C., & Schmidt, S. (2007). Teststatistische Prüfung und Normierung der deutschen Versionen des EUROHIS-QOL Lebensqualität-Index und des WHO-5 Wohlbefindens-index. Diagnostica, 53(2), 83-96 (http://psycnet.apa.org/record/2007-08673-003).

[6] Werte von 3 bis 4 werden als kritische Stressbelastung und Werte ab 5 als deutliche Burnout-Zeichen interpretiert.
Stout, J. K., & Williams, J. M. (1983). Comparison of two measures of burnout. Psychological Reports, 53(1), 283-289 (http://psycnet.apa.org/record/1984-08473-001).

[7] Auf einer Skala von 1 bis 4 wird angegeben, ob „nie“, „selten“, „manchmal“ oder „oft“ bestimmte Situationen oder Empfindungen der Achtsamkeit auftreten.
Michalak, J., Heidenreich, T., Ströhle, G., & Nachtigall, C. (2008). Die deutsche Version der Mindful Attention and Awareness Scale (MAAS) psychometrische Befunde zu einem Achtsamkeitsfragebogen. Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie, 37(3), 200-208 (http://psycnet.apa.org/record/2009-03700-005).

[8] Die Werte von 1 bis 4 entsprechen den Angaben, „nie“, „selten“, „manchmal“ oder „oft“ achtsam gegenüber sich selbst zu sein.
Kohls, N., Sauer, S., & Walach, H. (2009). Facets of mindfulness–Results of an online study investigating the Freiburg mindfulness inventory. Personality and Individual Differences, 46(2), 224-230 (http://psycnet.apa.org/record/2008-17490-027).

[9] Gründe für Abweichungen vom „Wochenschema“ waren akute Krisensituationen ebenso wie terminliche Probleme. Nur etwa 4% der Behandlungstermine konnten wegen diverser Gründe (z.B. Vorstellungsgespräch, Krankheit, Reisen oder Missverständnisse) nicht wie geplant realisiert werden.

[10] Hingegen zeigten sich kaum Unterschiede zwischen den Messzeitpunkten 2 (Mitte der Behandlungen) und 4 oder auch 3 und 4.

[11] Khoury, B., Sharma, M., Rush, S. E., & Fournier, C. (2015). Mindfulness-based stress reduction for healthy individuals: a meta-analysis. Journal of psychosomatic research, 78(6), 519-528.