• Akupunktur

    Die Akupunktur ist eine sehr alte Heilkunst. Ihre Anfänge liegen, wie archäologische Funde zeigen, schon in der Altsteinzeit. Bereits vor etwa 10.000 Jahren gab es Behandlungsformen, die als Vorläufer der uns heute bekannten Akupunktur betrachtet werden können. In schriftlicher Form dargelegt wird das zugrundeliegende traditionelle medizinische Verständnis erstmals im “Buch des Gelben Kaisers zur Inneren Medizin” (Huang Di Nei Jing), das wahrscheinlich aus der Zeit zwischen 475 und 221 vor Christi Geburt stammt. Das erste Buch, das sich ausschließlich mit Akupunktur (und Moxibustion) beschäftigte, ist der “Klassiker der Akupunktur und Moxibustion” aus dem 3. Jahrhundert nach Christi Geburt. Bei uns im Westen wurde die Akupunktur Mitte des 17. Jahrhunderts bekannt.…

  • Traditionelle Fernöstliche Medizin und Shiatsu – ein historischer Abriss (Eduard Tripp)

    Die chinesischen Wurzeln Die Anfänge der chinesischen Medizin liegen schon in der Altsteinzeit. Archäologische Funde deuten darauf hin, dass es bereits vor etwa 10 000 Jahren Behandlungsformen gab, die als Vorläufer der Akupunktur betrachtet werden können. Für die Ältere Steinzeit fand man Steinnadeln, für die Jüngere Steinzeit Nadeln aus Knochenmaterial, Bambus und später aus verschiedenen Metallen wie Gold, Silber und Eisen als Zeugen der frühen Akupunkturbehandlung. Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), so wie sie heute als Gesamtheit zahlreicher diagnostischer, therapeutischer und philosophischer Konzepte verstanden wird, begann dann frühestens in der Xia-Dynastie (2205 – 1766 v. Chr.), spätestens aber in der Shang-Dynastie (1766 – 1122 v. Chr.). Basis des traditionellen Medizinverständnisses war…

  • Die Entwicklung der Chinesischen Medizin auf dem Hintergrund von Geschichte und Kultur. Bezug nehmend auf den medizinsoziologischen Ansatz von Paul U. Unschuld (Eduard Tripp)

    Die klassische Medizingeschichte sieht die Entwicklung der Medizin als Abfolge einer fortschreitenden Entdeckung der objektiv gegebenen Natur. Dieser Sicht widerspricht der Medizinhistoriker und Sinologe Paul Unschuld. Sein an Hand der Entwicklung der chinesischen und europäischen (griechischen) Medizin dargelegter Ansatz geht davon aus, dass der Körper nicht ausreichend Aussagekraft besitzt, um das medizinische Denken und Handeln hinreichend zu begründen. Medizinisches Wissen war und ist immer nur „Wahrschein“, nicht „Wahrheit“. Die Entstehung und Fortentwicklung neuer medizinischer Ansätze, so Unschuld, ist weniger eine Folge des wissenschaftlichen oder therapeutischen Fortschritts, sondern vorrangig der sich jeweils wandelnden soziokulturellen und politischen Verhältnisse. Medizinische Theorien jeder Epoche und Region erhalten ihre Überzeugungskraft in einem mehr oder weniger…