• Bewusstsein, Tod & Wiedergeburt

    Das Tibetische Totenbuch (Bardo Thödol, Große Befreiung durch Hören im Zwischenzustand) beschreibt drei Zwischenzustände (Bordos) zwischen Tod und Wiedergeburt. Im “Bardo des Todes” erlebt das Bewusstsein des Verstorbenen eine intensive Lichtvision, die als “Klares Licht” oder “Innerer Glanz” beschrieben wird. Jetzt ruht das Bewusstsein vollkommen in sich, ohne dualistische Trennung von Subjekt und Objekt. Kann das Bewusstsein diesen Zustand höchster geistiger Klarheit, in dem der wahre Charakter, die “Leerheit” der Wirklichkeit (sunyata) erkannt wird, nicht halten – was nur nach entsprechender Vorbereitung möglich ist – tritt das Bewusstsein in den zweiten Zwischenzustand ein, das “Bardo des Erwachens” oder “Bardo der Wirklichkeit”. Hier werden unterschiedliche Visionen erlebt, von kaum erträglichen Lichterscheinungen…

  • Die drei Fahrzeuge (yana) des Buddhismus

    Der Buddhismus war von etwa 500 v. Chr. bis 1.000 n. Chr. die beherrschende Religion in Indien und durchlief dabei drei deutlich unterscheidbare Stadien, in denen jeweils besondere Aspekte im Vordergrund standen. Das erste Stadium der Entwicklung des Buddhismus, das etwa 500 Jahre dauerte, wird als Hinayana oder “kleines Fahrzeug” bezeichnet. Die Betonung in dieser Zeit liegt vor allem in ethischen und psychologischen Aspekten hinsichtlich der Auslegung des Dharma. Man studierte und analysierte den menschlichen Geist, insbesondere in Bezug auf Meditation und höhere Zustände des Bewusstseins. Weitere zentrale Themen waren die ethische Disziplin und monastische Regeln. Das zweite Stadium, das ebenfalls 500 Jahre dauerte, wird als Mahayana oder “großes Fahrzeug”…

  • Die Bedeutung von Ethik auf dem buddhistischen Weg

    Entscheidet man sich für den buddhistischen Weg und damit als wichtigstes Ziel die Freiheit des Geistes anzustreben, gilt es als erstes dafür zu sorgen, dass diese sich gut entwickeln kann, indem man die ethischen Prinzipien einhält, allen voran Gewaltlosigkeit – also Andere (und dazu werden in der buddhistischen Tradition auch Tiere gezählt) nicht zu verletzen, weder mit Worten noch mit Taten. Auch Drogen und Alkohol sollen (möglichst) vermieden werden, denn sie beeinflussen den Geist leicht in destruktiver Weise.[1]Quelle: Jetsünma Tenzin Palmo: Die Freiheit des Geistes ist das Wichtigste. In: Tibet & Buddhismus 1/2010 Die Praxis ethischen Verhaltens, wobei es sich immer nur um Vorsätze handelt, nicht um Befehle, schützt uns,…

  • Buddha der Medizin

    Der Medizin-Buddha (Bhaisajya-guru) gilt in der buddhistischen Tradition als eine Erscheinungsform des Buddha, als „verwirklichtes” („erleuchtetes”) Wesen, das von grenzenlosem Mitgefühl für alles Wesen erfüllt ist. Er schützt die Wesen vor physischen und geistigen Erkrankungen und auch allen anderen Gefahren. Und er hilft uns, die drei Geistesgifte Verblendung, Hass und Gier zu neutralisieren, die die Quelle aller Krankheiten und Leiden bilden. Dargestellt wird der Buddha der Medizin in lapislazuliblauer Farbe. In der rechten Hand hält er die Myrobalan-Frucht (dug-bcom), deren besondere Eigenschaft darin besteht, die drei Geistesgifte, die tiefen Ursachen für alle unsere Leiden, zu neutralisieren. In der linken Hand hält er eine lapislazuliblaue Bettelschale, gefüllt mit heilendem Nektar (amrta).…

  • Medizin & Spiritualität

    In der buddhistisch geprägten Medizin werden dreierlei Arten von therapeutischen Interventionen als nützlich betrachtet: medizinische Behandlung im engeren Sinne, Mantras und Meditation. Die Notwendigkeit von Harmonie und Ausgeglichenheit zwischen den kosmischen Kräften und dem menschlichen Mikrokosmos bildet in der traditionellen fernöstlichen Medizin die Basis für das Verständnis von Gesundheit und Wohlbefinden. Eine solche Balance ist nicht nur die Voraussetzung für Gesundheit, sie wird vielmehr auch als Essenz derselben angesehen. Gesundheit ist das Gleichgewicht zwischen physischen, psychischen und spirituellen Elementen in unserer menschlichen Existenz. Krankheit und Leid beginnen, so die buddhistische Lehre, mit unserer Geburt. Diese schon ist Folge und Ausdruck unserer Unwissenheit um die „wahre Natur des Geistes”. Und diese…

  • Frühe Zeugnisse von Buddhas Leben im christlichen Westen

    In der Zeit des Mittelalters, als die Menschen das irdische Paradies im fernen Osten wähnten, ebenso wie die Monster der biblischen Apokalypse (weshalb viele glaubten, der Weltuntergang sei da, als 1241 mongolische Reiterhorden bis nach Schlesien und Ungarn vordrangen), wuchs auch der Handel mit dem fernen Osten. Seide, Gewürze und Edelsteine aus Asien erreichten den europäischen Kontinent. In jener Zeit schon kursierte die christliche Legende von Barlaam und Josaphat, eine christianisierte Variante von Buddhas Leben.[1]Quelle: Der Buddhismus. Geo Epoche Nr. 26 Barlaam und Josaphat Der indische König Abenner ist in dieser Legende ein weiser und verantwortungsvoller Herrscher. Christen jedoch hasst er und lässt sie im ganzen Reich verfolgen. Es ist…

  • Ursprung des Buddhismus

    Die Lehre des Buddhismus geht auf Siddhartha Gautama zurück, einen Prinzen der Shakjas (Shiakyas), die an der Grenze zum heutigen Nepal und Indien lebten. Die Mutter von Prinz Siddhartha, Maya, starb eine Woche nach seiner Geburt, weshalb er von ihrer Schwester (und Zweitfrau des Vaters) Mahapajapati aufgezogen wurde. Er wurde um 563 v.Chr. geboren, zeitgleich mit den griechischen Philosophen Pythagoras und Heraklit und dem dschainistischen Asketen Mahawira.[1]Der Dschainismus wird vom Sanskrit-Wort Dschina abgeleitet, das „Sieger“ bedeutet. Dschina ist der Ehrentitel der 24 Furtbereiter (Tirthankaras), die durch Askese Geist, Leidenschaft und Körper … weiterlesen Über seine ersten 29 Lebensjahre gibt es vor allem mythologische Berichte, die sein Leben auf dem vorgezeichneten Pfad hin…

  • Buddhismus

    Die Lehre des Buddhismus ist die dritte große Strömung, die China und die chinesischen Lehren beeinflusste und geht auf Siddhartha Gautama zurück, der 563 v.Chr. geboren wurde.

  • Kulturelle & spirituelle Wurzeln

    Drei große Religionen (Geistesströmungen) entwickelten sich in Ostasien: der Daoismus, der Konfuzianismus und der Shintoismus. Der Daoismus und der Konfuzianismus entstanden ursprünglich in China und breiteten sich später dann auch nach Korea und Japan aus. Der Shintoismus hingegen ist japanischen Ursprungs. Und der Buddhismus, von Indien ausgehend, gelangte auch nach Ostasien, gewann dort große Bedeutung und Verbreitung und vermischte sich auf mannigfaltige Art mit den dort ursprünglichen Traditionen. Alle religiösen Entwicklungen in China, Korea und Japan sind vom Geist schon sehr früh bestehender Urreligionen durchdrungen, insbesondere vom Ahnenkult, demzufolge die Geister der Ahnen eine Zeitlang sehr eng mit den noch lebenden Nachfahren verbunden bleiben. Vor allem dem Urahn und den…