• Warum ist die Blase so unbedeutend in der TCM? (Eduard Tripp)

     Studiert man die traditionelle chinesische Medizin, so zeigen sich Widersprüche oder zumindest scheinbare Widersprüche zwischen Pharmakologie einerseits und Akupunktur, Tuina andererseits, die auch Shiatsu betreffen. Elf oder zwölf Organe? Die erste Auffälligkeit ist, dass es in Akupunktur, Tuina und Shiatsu zwölf Meridiane und damit auch Organe gibt, in der Pharmakologie der TCM allerdings nur elf Organe (fünf Yin und sechs Yang). Perikard (Herzhülle, Meister des Herzens) gilt der TCM nicht als eigenes Organ, sondern als „Funktion des Herzens“. Man spricht vom „Minister des Feuers“, der den Kaiser, das Herz, unterstützt und schützt. Qi, wie es in der Akupunktur betrachtet und behandelt wird, zirkuliert allerdings in sechs Meridianpaaren (und damit zwölf…

  • Traditionelle Fernöstliche Medizin und Shiatsu – ein historischer Abriss (Eduard Tripp)

    Die chinesischen Wurzeln Die Anfänge der chinesischen Medizin liegen schon in der Altsteinzeit. Archäologische Funde deuten darauf hin, dass es bereits vor etwa 10 000 Jahren Behandlungsformen gab, die als Vorläufer der Akupunktur betrachtet werden können. Für die Ältere Steinzeit fand man Steinnadeln, für die Jüngere Steinzeit Nadeln aus Knochenmaterial, Bambus und später aus verschiedenen Metallen wie Gold, Silber und Eisen als Zeugen der frühen Akupunkturbehandlung. Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), so wie sie heute als Gesamtheit zahlreicher diagnostischer, therapeutischer und philosophischer Konzepte verstanden wird, begann dann frühestens in der Xia-Dynastie (2205 – 1766 v. Chr.), spätestens aber in der Shang-Dynastie (1766 – 1122 v. Chr.). Basis des traditionellen Medizinverständnisses war…