• Die Leber, der Atem und der Fluss des Qi (Eduard Tripp)

    Atmung und Qi Der göttliche Atem ist es, der alle Lebewesen lebendig macht. Der christliche Mythos beschreibt einen Schöpfergott, der alle Tiere und auch den Menschen aus Lehm formte und ihnen dann das Leben schenkte, indem er ihnen seinen göttlichen Atem einhauchte. Solange der Mensch lebt, ist es eben dieser Atem, der ihn von der unbeseelten Natur unterscheidet. Im Tod allerdings verlässt er ihn, kehrt gleichsam zu seinem Ursprung zurück und lässt die Materie unbelebt und unbeseelt zurück: Asche zu Asche und Staub zu Staub. Lange Zeit war es dann auch faktisch der Atem, der als Zeichen herangezogen wurde, ob ein Mensch (noch) lebt: Ein Spiegel, den man ihn vor…

  • Atem in der Arbeit mit Shiatsu. Nachlese zu den ÖDS-Tagen 2018 zum Workshop von Eduard Tripp (Alexandra Gelny)

    Der Fluss des Qi (Ki) ist von zentraler Bedeutung im Shiatsu und korrespondiert mit dem Konzept des Atems in der westlichen Körpertherapie. Das zentrale Thema dieses Workshops ist vor diesem Hintergrund ein integrativer Ansatz, den Atem bewusst zu nutzen, um die Arbeit des Shiatsu zu vertiefen. Um sein Verständnis von Atem anschaulich zu machen, erklärt Eduard gleich zu Beginn des Workshops etwas sehr Wesentliches: Der Begriff Qi (Ki) wird meist als „Energie“ übersetzt, Prana –  eigentlich die indische Entsprechung von Qi – hingegen oft als „Atem“. „Atem“ wäre eigentlich auch die richtigere Übersetzung von Qi (Ki). Noch deutlicher wird das bei einem Blick auf den Schöpfungsmythos: Gott haucht der Lehmfigur…