Biorhythmus

Eine Vorhersage guter und schlechter Tage aus den zyklischen Veränderungen unseres Organismus stammt von Harold R. Willis, der das Konzept des Biorhythmus entwickelte. Die Basis dafür stammt vom Berliner Arzt Wilhelm Fliess und dem Wiener Psychologen Hermann Swoboda.

Die Theorie des Biorhythmus geht davon aus, dass im Augenblick der Geburt drei grundlegende zyklische Rhythmen gestartet werden:

  • ein 23 Tage dauernder “körperlicher” Zyklus,
  • ein 28 Tage dauernder “emotionaler” Zyklus und
  • ein 33 Tage dauernder “intelektueller” Zyklus.

Die Schwankungen in diesen Zyklen, die wie Sinus-Kurven aufgefasst werden, wirken in ihrer ersten Hälfte positiv und in der zweiten Hälfte negativ auf die Leistungsfähigkeit in Hinblick auf körperliche, emotionale und intelektuelle Bedingungen.[1]H.R. Willis: Biorhythm – Phantom of Human Error, 1969        H.R. Willis: Biorhythm and its relationship to human error. Proceedings of the 16th Annual Meeting of the Human Factors … weiterlesen

Beispiel für einen Biorhythmus

Vom Zeitpunkt der Geburt ausgehend (neutraler Punkt) steigen die Zyklen zunächst zu ihren positiven Gipfeln an, gehen dann auf neutrale Zustände in der Mitte des jeweiligen Zyklus zurück, um schließlich in die negative Phase überzugehen. Als besonders ungünstig (“kritische Tage”) werden die Übergänge zwischen positiven und negativen Kurvenanteilen angesehen – was sich in erhöhter Unfallgefahr und geringerer Leistungsfähigkeit etc. ausdrücken soll. Als ganz besonders ungünstig werden Tage angesehen, bei denen solche “Übergänge” nicht nur für einen, sondern für zwei, drei Zyklen gleichzeitig auftreten.

Eine kritische (und wissenschaftliche) Überprüfung dieses Ansatzes durch I.M. Khalit & Ch.N. Kurucz[2]I.M. Khalit & Ch.N. Kurucz: The influence of biorhythm on accident occurrence and performance. In: Ergonomics 20 (1977), S. 389-398 zeigte, wie K. Immelmann, K.K. Scherer, C. Vogel & F. Schmook ausführen, keinerlei Nachweis von Einflüssen des Biorhythmus auf Leistungsfähigkeit und/oder Unfallhäufigkeit.

 
_____________________________________Quellen und weiterführende Literatur: K. Immelmann, K.K. Scherer, C. Vogel & F. Schmook: Psychobiologie. Grundlagen des Verhaltens. Gustav Fischer Verlag 1988       
http://de.wikipedia.org/wiki/Biorhythmus


[1]

[2]

Anmerkungen

Anmerkungen
1 H.R. Willis: Biorhythm – Phantom of Human Error, 1969        
H.R. Willis: Biorhythm and its relationship to human error. Proceedings of the 16th Annual Meeting of the Human Factors Society, 1972, S. 274-282
2 I.M. Khalit & Ch.N. Kurucz: The influence of biorhythm on accident occurrence and performance. In: Ergonomics 20 (1977), S. 389-398