• Die Art-Akupunkturstudien

    Ziel der vier multizentrischen, randomisierten Studien (Teil des Modellvorhabens Akupunktur der Techniker Krankenkasse), die 2004 abgeschlossen wurden, war es zu überprüfen, ob und in welchem Ausmaß eine Verum-Akupunktur bei der Behandlung von Patienten mit chronischen Lendenwirbelsäulen(LWS)-Schmerzen, Schmerzen bei Kniegelenksarthrose (Gonarthrose), Migräne und Spannungskopfschmerz wirksamer ist als eine Minimal-Akupunktur bzw. als keine Akupunktur (Wartelisten-Gruppe). In jeder der Teilstudien waren 300 Probanden (150 Verum-Akupunktur, 75 Minimal-Akupunktur, 75 keine Akupunktur), die über sechs bzw. zwölf Monate beobachtet wurden. Die Verum-Akupunktur erfolgte durch tiefe Stichtechnik an definierten Akupunkturpunkten, die Minimal-Akupunktur (Sham-Akupunktur) durch oberflächliche Stichtechnik an wenigeren und nicht druckemfindlichen (schmerzhaften) Nichtakupunkturpunkten. Es erfolgten jeweils zwölf Behandlungen innerhalb von acht Wochen. Die Patienten der Wartelisten-Gruppe…

  • Die Gerac-Akupunkturstudien

    Die “German Acupuncture Trials“ (Gerac-Studien) wurden Anfang 2001 in Deutschland ins Leben gerufen und vergleichen Akupunktur gemäß Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM), Sham-Akupunktur (Akupunktur an “falschen Punkten“) und konventionelle Standardschmerztherapie ohne Akupunktur. Durchgeführt wurden die Studien an Patienten, die an chronischen Rückenschmerzen (LWS), Knieschmerzen (Gonarthrose), Spannungskopfschmerzen oder Migräne litten. Die Studie besteht aus einer bundesweiten, “einarmigen Kohortenstudie” (Beobachtungsstudie) bei ca. 12.600 niedergelassenen Ärzten und vier randomisierten Studien (“dreiarmige Kohortenstudien”[1]Bei der Spannungskopfschmerz-Gruppe musste der “dritte Arm” aufgegeben werden, da (zu) viele Patienten nicht bereit waren über den Zeitraum von sechs Monaten prophylaktisch Medikamente … weiterlesen) bei 500 dieser Ärzte. Teilnehmen an der Kohortenstudie konnten alle niedergelassenen Ärzte, die mindestens über ein A-Diplom für…

  • Wie wirkt Akupunktur?

    Die Akupunktur ist heute in Österreich und Deutschland als Heilmethode weit verbreitet und ihre Kosten werden zumindest teilweise von den Krankenkassen übernommen. Über 30.000 Mediziner, wie Die Zeit 51/2008 berichtet, bieten derzeit in Deutschland Akupunktur an, prozentuell gesehen mehr Ärzte als in China. Dort kommen über 5.000 Patienten auf einen Akupunkteur, in Deutschland nur rund 2.500. Groß angelegte Studien in den vergangenen Jahren (Gerac – German Acupuncture Trials, Art – Acupuncture Randomized Trials), bei denen rund 600.000 Patienten genadelt wurden, zeigen ein, wie Die Zeit schreibt, verwirrendes Ergebnis, denn zum einen hat sich die Akupunktur als sehr wirksam und der westlichen Standardmedizin überlegen erwiesen (bei chronischen Kniegelenks- und Rückenbeschwerden), bei…

  • Die Behandlung von Rückenschmerzen mit Akupressur & physikalischer Therapie (Lisa Li-Chen Hsieh et al.)

    Die Studie „Treatment of low back pain by acupressure and physical therapy: randomised controlled trial“ von Lisa Li-Chen Hsieh, Chung-Hung Kuo, Liang Huei Lee, Amy Ming-Fang Yen, Kuo-Liong Chien und Tony Hsiu-Hsi Chen, die am 17. Februar 2006 im British Medical Journal (BMJ) veröffentlicht wurde, vergleicht 129 Patienten mit Schmerzen im unteren Rücken, die entweder (klassisch westlich.medizinische) physikalische Therapie erhalten haben oder Akupressur.[1]Lisa Li-Chen Hsieh et al.: Treatment of low back pain by acupressure and physical therapy: randomised controlled trial, BMJ 2006;:bmj;bmj.38744.672616.AEv1, doi:10.1136/bmj.38744.672616, … weiterlesen Ursprünglich waren 188 Teilnehmer in einer orthopädischen Klinik in Kao Shiung (Taiwan), die eine standardisierte physikalische Therapie anbietet, für die Studie ausgewählt. Alle TeilnehmerInnen hatten seit mehr als…

  • Die Wirkung von klassischer und alternativer Massage bei Beschwerde im unteren Rücken (Cherkin et al.)

    Ein Team um Daniel Cherkin vom Group Health Research Institute of Seattle erforschte die Auswirkungen von Massage auf chronische Rückenschmerzen an insgesamt 401 Personen. Beobachtet wurde, wie sich die Gesundheit der Teilnehmer an der Studie innerhalb eines Jahres verändert. Verglichen wurde in der Studie die Wirkung von “klassischer” (“schwedischer”) Massage (136 Personen) und alternativer, ganzheitlich struktureller Massage (132 Personen), bei der klassische Techniken mit anderen Verfahren wie Triggerpunkt- oder Cranio-Sacral-Therapie verbunden wurde, um blockierte Energieflüsse wieder zu öffnen und auszugleichen (zusätzlich wurde ihnen auch Entspannungsübungen für zu Hause erklärt). Eine zusätzliche Kontrollgruppe (133 Personen) bekam für die Studienteilnahme 50 Dollar und die Möglichkeit – wie auch die Teilnehmer in den beiden…

  • Does Shiatsu need Research? If so, what kind of Research does Shiatsu need? A Report on the Panel Discussion from the ÖDS Days, Vienna, 13 June 2019 (Eduard Tripp, Karin Koers, Achim Schrievers)

    Translation by Chris McAlister: “Braucht Shiatsu Forschung? Und wenn ja, welche Forschung braucht Shiatsu?”, Shiatsu Journal 98, Autumn 2019, www.shiatsu-austria.at/?p=4121. In answering the first question, the panel participants agreed spontaneously: Yes, Shiatsu does need research! But what do we mean when we talk about research and what do we hope to achieve through it? We do research in order to expand and deepen our knowledge. The most natural way to gain knowledge is experience. As children, we learn to sit, stand and walk and thus learn about gravity and how to deal with it. But we are not aware of this knowledge. Awareness comes when we begin to think about…

  • Braucht Shiatsu Forschung? Und wenn ja, welche Forschung braucht Shiatsu? Ein Bericht zur Podiumsdiskussion anlässlich der ÖDS-Tage in Wien am 13. Juni 2019 (Eduard Tripp, Karin Koers, Achim Schrievers)

    Bei der Beantwortung der ersten Frage waren sich alle Teilnehmenden einig, ohne erst viel darüber nachdenken zu müssen: Ja, Shiatsu braucht Forschung. Wovon aber sprechen wir, wenn wir von Forschung sprechen? Und was wollen wir mit ihr erreichen? Wir forschen, um unser Wissen zu erweitern und zu vertiefen. Die natürlichste Art, an Wissen zu gelangen, ist die Erfahrung. Als Kinder lernen wir zu sitzen, zu stehen und zu gehen und wissen damit um die Schwerkraft und wie wir ihr begegnen. Aber wir sind uns dieses Wissens nicht bewusst. Die Bewusstheit kommt erst, wenn wir über die Erfahrungen, die wir gemacht haben, nachdenken. Mit dem Nachdenken kommt das Verstehen der Gesetze,…

  • Akupressurbehandlung von Schlafstörungen bei Jugendlichen (Marco Carotenuto et al.)

    In der Arbeit “Acupressure therapy for insomnia in adolescents: a polysomnographic study” untersuchen Marco Carotenuto, Beatrice Gallai, Lucia Parisi, Michele Roccella und Maria Esposito (veröffentlicht in Neuropsychiatric Disease and Treatment 2013; 9: 157–162) die Wirkung von H 7 (im Handgelenk in einer Vertiefung radial der Sehne des M. flexor carpi ulnaris) auf Schlafstörungen bei Jugendlichen. Der Hintergrund Verglichen mit der Zeit vor der Pubertät, scheinen Jugendliche mehr Schlaf zu benötigen, verbringen weniger Zeit im Tiefschlaf (slow wave sleep), haben weniger Latenzzeit bis zum REM-Schlaf und eine Neigung zu spätem Schlaf. Dazu kommen soziale Faktoren wie z.B. der frühe Schulbeginn und außerschulische Tätigkeiten, die für wenig Schlaf sorgen und damit anfällig machen für exzessive Müdigkeit. Wenig…

  • Akupressur bei Übelkeit und Erbrechen bei Krebspatient*innen infolge von Chemotherapie (Joan Klein & Peter Griffiths)

    Joan Klein und Peter Griffiths haben 2004 im British Journal of Community Nursing, Vol 9, No 9 eine „Mini-Review“ zu Übelkeit und Erbrechen veröffentlicht. Der Hintergrund dazu war, dass Übelkeit und Erbrechen zu den schwerwiegendsten Nebenwirkungen und Sorgen von PatientInnen gehören, die sich einer Chemotherapie unterziehen[1]Cooper S, Georgiou V (1992) The impact of cytotoxic chemotherapy: perspectives from patients, specialists and nurses. Eur J Cancer 28A(suppl 1): 36–8., und kann dazu führen, dass sie eine suboptimale Dosierung von Chemotherapeutika erhalten oder sogar die Fortsetzung der Therapie ablehnen. Der 1983 erschienenen Arbeit von Laslo[2]Laslo J (1983) Nausea and vomiting as major complications of cancer chemotherapy. Drugs 25(suppl 1): 1–7. zufolge haben etwa 25-50 %…

  • Akkupressur-Behandlung von Übelkeit und Erbrechen bei Schwangeren (Mojgan Naeimi et al.)

    Hintergrund Übelkeit und Erbrechen (Nausea gravidarum und Emesis gravidarum) sind den Statistiken zufolge für 50 bis 80 Prozent aller schwangeren Frauen ein Problem, das etwa in der 4. Schwangerschaftswoche beginnt und üblicherweise bis zur 12., manchmal aber auch bis zur 16. Schwangerschaftswoche andauert. Dem McGill Nausea Questionnaire (basierend auf dem McGill Fragebogen zu Übelkeit: https://www.researchgate.net/publication/19120003_New_approaches_to_measuring_nausea; Link aktuell nicht mehr verfügbar) zufolge ist die Übelkeit schwangerer Frauen in Art und Intensität vergleichbar mit der von PatientInnen mit einer Karzinomerkrankung, die sich einer Chemotherapie unterziehen.[1]Stables D, Rankin J. Disorders in early pregnancy. In: Stables D, Rankin J, editors. Physiology in Childbearing. 1st ed. London: Bailliere Tindall Company; 1999. Morgendliche Übelkeit bzw. Erbrechen haben der Studie von…