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Untersuchungsmethoden
Die beste Grundlage für eine effektive Behandlung ist den alten Meistern zufolge eine genaue Untersuchung und eine daraus resultierende korrekte Diagnose. Die Traditionelle Fernöstliche Medizin unterscheidet dabei grundsätzlich Vier Untersuchungsmethoden (chinesisch: Si Zhen), die erstmals etwa 200 nach Christi im Nan Jing, dem “Klassiker der Schwierigkeiten” erwähnt werden: Das Beobachten (chinesisch: Wang Zhen, japanisch: Bo Shin) umfasst vor allem die Beobachtung des Allgemeineindrucks, der Gesichtsfarbe, der Augen, der Lippen und der Zähne sowie der körperlichen Ausscheidungen (Auswurf, Blut, Stuhl, Urin) und der Zunge. Das Hören und Riechen (chinesisch: Wen Zhen, japanisch: Bun Shin) umfasst vor allem die Sprache des Patienten, seine Atemgeräusche, den Geruch seines Körpers, den Mundgeruch und den…
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Diagnostik der TCM
Die Diagnostikverfahren der Traditionellen Fernöstlichen Medizin dienen dazu, ein bestehendes Ungleichgewicht (Disharmonie) im Menschen oder zwischen einem Menschen und seiner Umwelt zu erkennen. Erst das Erkennen der Form der Disharmonie und ihre Lokalisation ermöglichen es dem Behandler die geeignete Behandlung auszuwählen (und auch eine Prognose zu erstellen). Überblick über die Menüpunkte und Seiten von “Grundlagen der TCM”:
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Andere Krankheitsursachen
Die “Anderen Krankheitsursachen”, die keine – zumindest ausschließlich – innere oder äußere Ursache haben, sind: eine schwache Konstitution, Überanstrengung, übermäßige sexuelle Aktivität, falsche Ernährung, Trauma, Parasiten und Vergiftungen und falsche Behandlung. Schwache Konstitution Die Konstitution eines Menschen, mit der er geboren wird, ist aus traditioneller Sicht vor allem vom Gesundheitszustand der Eltern (allgemein und insbesondere zum Zeitpunkt der Zeugung) abhängig. Dennoch ist die Konstitution nicht gänzlich unabänderlich, kann vielmehr durch die spätere Lebensweise in gewissen Grenzen modifiziert (gestärkt oder aber auch geschwächt) werden. Ein wichtiger Hinweis auf eine schwache Konstitution ist eine große Krankheitsanfälligkeit in der Kindheit. Überanstrengung Ein Übermaß an (körperlicher und geistiger) Aktivität – und damit verbunden zu…
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Äußere Krankheitsursachen
Unter normalen Umständen hat das Wetter keine krankmachende Wirkung. Dies ist erst dann der Fall, wenn das Gleichgewicht zwischen Körper und Umgebung zusammenbricht, weil entweder das Wetter zu extrem oder aber der Organismus in Relation zum Klimaeinfluss zu schwach ist. Im Falle der äußeren Krankheitsursachen steht die Ursache zugleich auch für das Disharmoniemuster. Spricht man beispielsweise von Wind-Hitze, so wird damit ausgedrückt, dass die Ursache der Erkrankung Wind-Hitze (Wind und Hitze) ist, und darüber hinaus, dass sich die Disharmonie im Organismus in Form von Wind-Hitze manifestiert. Die von der Traditionellen Chinesischen Medizin angeführten “sechs übermäßig siegreichen Klimaeinflüsse” sind: Wind, Hitze und Feuer, Feuchtigkeit, Trockenheit und Kälte. Jeder dieser klimatischen Einflüsse…
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Innere Krankheitsursachen
Grundlegend für das Verständnis der Traditionellen Chinesischen Medizin und der inneren Krankheitsursachen ist das Konzept des Qi (Ki) als Materie und Energie gleichermaßen. Qi lässt physische, geistige und emotionale Phänomene zugleich entstehen, denn Körper, Seele und Geist bilden in der chinesischen Medizin ein integriertes Ganzes ohne Anfang und Ende. Und die inneren Organe (Zang Fu) sind hierin die wichtigsten physisch-emotionalen Einfluss-Sphären. Ein Organ im Sinne der Traditionellen Chinesischen Medizin entspricht einerseits dem „anatomischen Organ“, wie sie uns im Westen vertraut sind, andererseits aber auch der Energie des jeweiligen Organs und der entsprechenden geistigen und emotionalen Ebene – wobei alle diese Ebenen gleichzeitig interagieren.[1]In der naturwissenschaftlichen westlichen Medizin wird zwar ebenfalls…
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Krankheit & Krankheitsursachen
Krankheit ist im traditionellen chinesischen Verständnis ein Disharmoniemuster, eine Disbalance der Körperenergien und des Zusammenspiels der Organe und Substanzen des Organismus. Wird ein solches Krankheitsmuster (chinesisch: zheng) festgestellt, so zeigt dies ein Abbild der momentanen Situation, sagt jedoch nichts über die zu Grunde liegende Ursache aus. Appetitlosigkeit, Müdigkeit und weicher Stuhl sind beispielsweise Ausdruck einer Schwäche der vitalen Funktionen der Milz. Das Disharmoniemuster wird dementsprechend als Milz-Qi-Schwäche oder Milz-Qi-Leere bezeichnet. Die Schwäche des Qi der Milz ist in diesem Fall aber nicht der Grund für die Erkrankung, vielmehr der Ausdruck der momentanen Disharmonie. Die Ursachen für das Krankheitsmuster hingegen liegen etwa in schlechten Ernährungsgewohnheiten oder sonstigen, den Organismus in spezieller…
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Qi Gong
Die früheste Erwähnung von Qi Gong – im alten China noch als Dao Yin (“Führen, Leiten des Qi”) bekannt – findet sich im Huang Di Nei Jing, dem Buch des Gelben Kaisers zur Inneren Medizin, das Historiker auf etwa 200 vor Christi Geburt datieren. Ein Seidentext aus dem Jahre 168 v. Chr., der bei Ausgrabungen in Changsha, der Hauptstadt der Provinz Hunan, gefunden wurde, stellt Übungen des Dao Yin dar. Eine sehr bekannte Form des Dao Yin ist das von Hua Tuo, einem berühmten daoistischen Arzt (etwa 190 bis 265), entwickelte “Spiel der Fünf Tiere” (Wu Qin Xi). Inspiriert durch die Natur, deren Weisheit den Daoisten ein Vorbild ist, werden…
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Yangsheng (Gesundheitspflege)
Yangsheng, die Pflege, Erhaltung und Kultivierung des Lebens, aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) geht davon aus, dass der Mensch in die Natur und damit in eine universelle Rhythmik eingebunden ist. Der Mensch wird als eingespannt zwischen Himmel und Erde betrachtet, und der menschliche Körper stellt einen Mikrokosmos dar, in dem sich die großen kosmischen Zusammenhänge widerspiegeln. Und so verändern sich die physiologischen und geistigen Funktionen des Menschen im Gleichklang mit den rhythmischen Zyklen in der Natur. Yangsheng beinhaltet deshalb als wesentlichen Bestandteil die Forderung nach einer rhythmusgerechten Lebensweise, nach der Anpassung an den Rhythmus des Universums. Die “wahre Lebenskunst” (oder “Pflege des Lebens”) hat in China eine sehr lange…
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Schröpfen und Kratzen (Gua Sha)
Schröpfen und Kratzen sind Techniken der östlichen Volksmedizin, die schon von alters her ergänzend zur Akupunktur angewendet wurden und auch heute noch angewendet werden. Schröpfen Schröpfen – auch bei uns im Westen in der Volksmedizin und zur Förderung des Wohlbefindens verbreitet – stellt eine Form der Reiztherapie dar, die auf Unterdruck in sogenannten Schröpfköpfen beruht. Die heute verwendeten Schröpfköpfe sind vor allem aus Glas gefertigt, traditionell durchaus auch aus Bambus und in früherer Zeit aus Rinderhörnern). Der Unterdruck im Schröpfkopf wird vorwiegend durch eine Pumpe erzeugt oder durch Erhitzung (Feuer). Schröpfen regt das Immunsystem, den Stoffwechsel und den Lymphfluss an. Als grundsätzlich wirksam gilt diese Behandlungsmethode insbesondere bei Blut- und…
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Moxibustion
Moxibustion, die Behandlung von Akupunkturpunkten (Tsubos) oder auch ganzen Körperbereichen mit Wärme bildet einen wesentlichen Bestandteil der Traditionellen Fernöstlichen Medizin und Philosophie in der Behandlung von Erkrankungen mit Yin-(Kälte-)Charakter. Moxibustion wird dann angewendet, wenn es darum geht, dem Körper Energie und Wärme zuzuführen, vor allem bei langjährigen chronischen Disbalancen oder starkem Yang-Verlust (wie beispielsweise bei Schwächezuständen, Kältegefühl im Körper, chronischem Durchfall …). Kontraindiziert hingegen ist Moxibustion bei einem energetischen Ungleichgewicht mit Yang-Charakter, und mit Vorsicht anzuwenden ist sie während der Menstruation. Für die Moxibustion oder Moxa-Behandlung wird Moxa in Form von Kegeln, Rollen oder “Watte” verbrannt. Das verwendete Kraut ist in erster Linie Beifuß (Artemisia vulgaris), dessen Blätter pur oder…