• Die Bedeutung von Ethik auf dem buddhistischen Weg

    Entscheidet man sich für den buddhistischen Weg und damit als wichtigstes Ziel die Freiheit des Geistes anzustreben, gilt es als erstes dafür zu sorgen, dass diese sich gut entwickeln kann, indem man die ethischen Prinzipien einhält, allen voran Gewaltlosigkeit – also Andere (und dazu werden in der buddhistischen Tradition auch Tiere gezählt) nicht zu verletzen, weder mit Worten noch mit Taten. Auch Drogen und Alkohol sollen (möglichst) vermieden werden, denn sie beeinflussen den Geist leicht in destruktiver Weise.[1]Quelle: Jetsünma Tenzin Palmo: Die Freiheit des Geistes ist das Wichtigste. In: Tibet & Buddhismus 1/2010 Die Praxis ethischen Verhaltens, wobei es sich immer nur um Vorsätze handelt, nicht um Befehle, schützt uns,…

  • Was bedeutet Entsagung aus buddhistischer Sicht?

    “Entsagung” (tibetisch “nge jung”) ist ein wichtiges Wort in der buddhistischen Lehre, das aber, so die buddhistische Nonne Jetsünma Tenzin Palmo, meist falsch verstanden wird. Man habe vor allem bei uns im Westen sofort den Eindruck, auf etwas verzichten zu müssen, sich von etwas abzuwenden oder abwenden zu müssen, das wertvoll wäre – und spürt dabei einen gewissen Schmerz.[1]Quelle: Jetsünma Tenzin Palmo: Die Freiheit des Geistes ist das Wichtigste. In: Tibet & Buddhismus 1/2010 Eigentlich aber ist etwas anderes gemeint. Tenzin Palmo vergleicht das mit einem Kind, das Spielsachen hat, die es gerne mag. Wenn man ihm sagen würde, es dürfe nicht mehr mit seinen Lieblingsspielsachen spielen, dann wäre das…

  • Entstehen in gegenseitiger Abhängigkeit

    Entstehen in gegenseitiger Abhängigkeit (Pratitya-Samutpada) beschreibt die von Buddha erkannten Bedingungen der Kausalität. Das „Rad des Lebens“ (oder auch „Rad des Karma“) beschreibt die zirkuläre Struktur gewohnheitsmäßiger Muster, in der jedes Glied das nächste bedingt und von anderen bedingt wird. Jeder Aspekt des menschlichen Lebens wird von einem früheren Einfluss oder Seinszustand bedingt und trägt dazu bei, dass sich Gewohnheiten verfestigen. Die zirkuläre Kette des „Rad des Lebens“ – bildlich dargestellt im äußersten Kreis – hat 12 Glieder (Nidanas): Unwissenheit, Absichtsvolles Tun, Bewusstsein, psychophysischer Komplex, Sinne, Kontakt, Empfindung/Gefühl, Gier, Ergreifen, Werden, Geburt, Altern und Tod. 1. Unwissenheit (dargestellt durch einen blinden Mann) Unwissenheit (Nicht-Wissen) ist die Ursache allen karmisch-kausalen Handelns…

  • Buddha der Medizin

    Der Medizin-Buddha (Bhaisajya-guru) gilt in der buddhistischen Tradition als eine Erscheinungsform des Buddha, als „verwirklichtes” („erleuchtetes”) Wesen, das von grenzenlosem Mitgefühl für alles Wesen erfüllt ist. Er schützt die Wesen vor physischen und geistigen Erkrankungen und auch allen anderen Gefahren. Und er hilft uns, die drei Geistesgifte Verblendung, Hass und Gier zu neutralisieren, die die Quelle aller Krankheiten und Leiden bilden. Dargestellt wird der Buddha der Medizin in lapislazuliblauer Farbe. In der rechten Hand hält er die Myrobalan-Frucht (dug-bcom), deren besondere Eigenschaft darin besteht, die drei Geistesgifte, die tiefen Ursachen für alle unsere Leiden, zu neutralisieren. In der linken Hand hält er eine lapislazuliblaue Bettelschale, gefüllt mit heilendem Nektar (amrta).…

  • Medizin & Spiritualität

    In der buddhistisch geprägten Medizin werden dreierlei Arten von therapeutischen Interventionen als nützlich betrachtet: medizinische Behandlung im engeren Sinne, Mantras und Meditation. Die Notwendigkeit von Harmonie und Ausgeglichenheit zwischen den kosmischen Kräften und dem menschlichen Mikrokosmos bildet in der traditionellen fernöstlichen Medizin die Basis für das Verständnis von Gesundheit und Wohlbefinden. Eine solche Balance ist nicht nur die Voraussetzung für Gesundheit, sie wird vielmehr auch als Essenz derselben angesehen. Gesundheit ist das Gleichgewicht zwischen physischen, psychischen und spirituellen Elementen in unserer menschlichen Existenz. Krankheit und Leid beginnen, so die buddhistische Lehre, mit unserer Geburt. Diese schon ist Folge und Ausdruck unserer Unwissenheit um die „wahre Natur des Geistes”. Und diese…

  • Frühe Zeugnisse von Buddhas Leben im christlichen Westen

    In der Zeit des Mittelalters, als die Menschen das irdische Paradies im fernen Osten wähnten, ebenso wie die Monster der biblischen Apokalypse (weshalb viele glaubten, der Weltuntergang sei da, als 1241 mongolische Reiterhorden bis nach Schlesien und Ungarn vordrangen), wuchs auch der Handel mit dem fernen Osten. Seide, Gewürze und Edelsteine aus Asien erreichten den europäischen Kontinent. In jener Zeit schon kursierte die christliche Legende von Barlaam und Josaphat, eine christianisierte Variante von Buddhas Leben.[1]Quelle: Der Buddhismus. Geo Epoche Nr. 26 Barlaam und Josaphat Der indische König Abenner ist in dieser Legende ein weiser und verantwortungsvoller Herrscher. Christen jedoch hasst er und lässt sie im ganzen Reich verfolgen. Es ist…

  • Ursprung des Buddhismus

    Die Lehre des Buddhismus geht auf Siddhartha Gautama zurück, einen Prinzen der Shakjas (Shiakyas), die an der Grenze zum heutigen Nepal und Indien lebten. Die Mutter von Prinz Siddhartha, Maya, starb eine Woche nach seiner Geburt, weshalb er von ihrer Schwester (und Zweitfrau des Vaters) Mahapajapati aufgezogen wurde. Er wurde um 563 v.Chr. geboren, zeitgleich mit den griechischen Philosophen Pythagoras und Heraklit und dem dschainistischen Asketen Mahawira.[1]Der Dschainismus wird vom Sanskrit-Wort Dschina abgeleitet, das „Sieger“ bedeutet. Dschina ist der Ehrentitel der 24 Furtbereiter (Tirthankaras), die durch Askese Geist, Leidenschaft und Körper … weiterlesen Über seine ersten 29 Lebensjahre gibt es vor allem mythologische Berichte, die sein Leben auf dem vorgezeichneten Pfad hin…

  • Buddhismus

    Die Lehre des Buddhismus ist die dritte große Strömung, die China und die chinesischen Lehren beeinflusste und geht auf Siddhartha Gautama zurück, der 563 v.Chr. geboren wurde.

  • Der Einfluss des Konfuzianismus in Japan

    Der erste Kontakt der japanischen Aristokratie mit den Lehren des Konfuzianismus erfolgte bereits zu Beginn des 5. Jahrhunderts (zur Zeit des Yamato-Reiches) durch den Gelehrten Wani. Durch die Begegnung mit den konfuzianischen Schriften breitete sich zugleich auch, so vermutet man, der Gebrauch der chinesischen Schrift in Japan aus. Im 7. Jahrhundert, als politisches Denken und religiöse Vorstellungen Chinas einen beträchtlichen Einfluss in Japan gewonnen hatte, fand auch der Konfuzianismus seinen Platz im japanischen Denken. Insbesondere in der Struktur der Regierungsbürokratie, im Bildungssystem und in der ersten Verfassung Japans hinterließ er seine frühen Spuren. Vom 12. bis zum 16. Jahrhundert studierte man den Konfuzianismus in zen-buddhistischen Klöstern, und im 17. und…

  • Die Lehren des Konfuzius

    Der Konfuzianismus oder auch “Lehre der Gelehrten” (Rujia) entstand im 6. Jahrhundert vor Christi Geburt, einer spirituellen und intellektuellen Blütezeit zahlreicher Kulturen, und beruht auf den Lehren von Meister Kong (Kong Fu Zi). Konfuzius, wie er im Westen genannt wird, wurde um 551 vor Christi Geburt, zur Zeit der Chou-Dynastie, geboren. Konfuzius, der ein Gelehrter werden wollte, musste, um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können, Verwaltungstätigkeiten annehmen. Als seine Mutter starb – Konfuzius war zu diesem Zeitpunkt 23 Jahre alt – lebte er drei Jahre lang in Askese und befasste sich vor allem mit den alten zeremoniellen Riten (Li) und Fragen der Herrschaft. Wieder ins gesellschaftliche Leben zurückgekehrt, erlangte er einiges…